Agria 19. (Az Egri Múzeum Évkönyve - Annales Musei Agriensis, 1982-1983)
Takács István: Gyöngyöshalász–Encspuszta késő rézkori település halcsont leleteinek elemzése
(Lucioperca lucioperca L.) und Karpfen (Cyprinus carpio L.). Die Funde bestehen aus Schädelresten, Wirbeln und Flossen. Das hervorgekommene Knochenmaterial läßt vermuten, daß der Fischfang an den naheliegenden Wasserläufen stattgefunden hat. Die Aufarbeitung fiel auf das Siedlungsgelände. Dies steht durch das Verhältnis (35,3%) der „trockenen" (zur menschlichen Verzehrung unfähigen) Schädelseste und Flossen bewiesen. Die Reste von der Fleischregion (vom Rumpf), die Wirbelknochen figurieren mit 64,7%. Die damaligen Wasserläufe mussten hinsichtlich der bevorzugten Aufenthalts- und Vermehrungsorte der beschriebenen Fischarten folgenden Vorbedingungen entsprechen: Tiefere Wasserteile, holpriges Grundbett, eingestürzte Baumstümpfe, hereinhängende Äste (Wels), tangige Stellen ruhigerer Wasserteile (Hecht), reines, steiniges Grundbett und steiniger Uferrand (Zander), zeitweilig überströmte Gelände, sich leicht aufwärmende Uferteile (Karpfen). Bei Berücksichtigung der biologischen Eigentümlichkeiten, ihrer in der Wasserlebensgemeinschaft eingenommenen Plätze, der Ernährungs- und Vermehrungsgewohnheiten der Fischarten, kann man feststellen, daß die damaligen Wasserläufe neben der Siedlung reich an Fischen und leicht fischbar gewesen sind. All die acht Individuen der gefundenen Raubfischarten stammten aus gutentwickelten, gewachsenen Tieren. Dementsprechend benötigten sie zu ihrer Entwicklung eine große Menge von Nahrungsfischen, mit welchen die Wasserläufe reichlich versehen gewesen sein konnten. Auf die Methode des Fischfanges können wir ebenso aus den Eigentümlichkeiten und Ausmaßen der Fische folgern. Im Falle der großgewachsenen Welse ist die individuelle Fischereimethode die erfolgreichste. Zum Fang dieser Fischriesen benötigt man außer guten Instrumenten auch eine große Erfahrung und eine feinentwickelte Fischereimethode. Die kleineren Tiere kann man auch mit dem Netz fischen, aber das ist nicht die ergebnisreichste Weise, weil das Netz die sich in den Gruben zurückziehenden Fische nicht ausfischen kann, sondern über sie hinweggeht. Die anderen Fischarten sind mit Netz gut fischbar, aber ebensogut auch mit Stift, Angel und Hakenspieß. Bedeutende Stücke der Fundgruppe sind die hervorgekommenen Karpfen- (Cyprinus carpio L.) Knochen: radialia, vertebrae, costae. Vom Hereinkommen des Karpfens in das Karpatenbecken und von seiner Verbreitung im Karpatenbecken haben wir keine sicheren Anhaltspunkte. Seine ursprünglichen Verbreitungegebiete sind die gemäßigte Zone von Asien und in Ost-Europa die in das Kaspische und Schwarze Meer mündenden Ströme. Nach Auffassung einiger wurde der Karpfen in das Karpatenbecken nur von den Römern eingebracht, und in den westlichen Teilen Mitteleuropas verbreitete er sich erst im Mittelalter. Es steht aber fest, daß er unter den einheimischen Subfossilien so auch im Material des geprüften Fundortes erscheint. Aus den an der Oberfläche der hervorgekommenen Wirbelknochen ausgeprägten „Jahresringen" können wir auch auf die meteorologischen Umstände einiger damaliger Jahre schließen. Die Entfernung der einzelnen Ringe voneinander ist Folge der intensiven Sommer- und der extensiven Winter-Lebensprozesses. Im Leben der geprüften Welse (12 16 Jahre) war die Witterung ausgeglichen und ohne hervorspringende Sommer- oder Winterperioden. 73