Agria 19. (Az Egri Múzeum Évkönyve - Annales Musei Agriensis, 1982-1983)
Vörös István: Gyöngyöshalász–Encspuszta késő rézkori telep állatcsontleletei
István Vörös Tierknochenfunde der spätkupferzeitlichen Siedlung Gyöngyöshalász—Encspuszta Aus der spätkupferzeitliche Periode (Boleraser Gruppe) der Siedlung Gyöngyöshalász-Encspuszta konnten wir die Knochenüberreste von Rindvieh (Bos taurus), Kleinwiederkäuer (Ovis, Capra), Schwein (Sus scrofa L. domestica Gray), Pferde (Equus caballus), Hund (Canis familiáris), Edelhirsch (Cervus elaphus), Reh (Capreolus capreolus), Wildschwein (Sus scrofa attila Thomas), Persischen Löwen (Leo leo persicus, Fischer), Feldhasen (Lepus europaeus), von der Sumpfschildkröte (Emys orbicularis), und vom Fisch bestimmen. (1. Tabelle.) Den Rindviehbestand von Gyöngyöshalász machten eine Rasse mit mittlerer Widerristhöhe (1200 1299 mm) und eine andere Rasse mit hocher Widerristhöhe (13001399 mm) aus. Im Schafbestand kamen, auf Grund der Hornformung, das hornlose, palustris oder Torfschaf und Kupferschaf gleicherweise vor. Die Widerristhöhe der Schafe betrug 581,4-661,2 mm Die wenigen Ziegen hatten gerade „schwert förmige" (sog. aegagrus) Spieße. In der Siedlung wurden die kleingewachsenen Torfschweine gehalten. Unter den Haustieren in Gyöngyöshalász kam auch das Pferd vor, eine Rasse mit einer (mittleren) Widerristhöhe von 1360,5 mm mit grazilem Knochenbau und schmalen Hufen. Die spätkupferzeitlichen (Boleraser Gruppe, Péceler Kultur, Kosztolácer Gruppe) (2. Tabelle) und die frühbronzezeitlichen (3. Tabelle) Pferde in Ungarn kann man dem Typ Equus 1., 2., 3. und 4. zuordnen. Die Absonderung der Pferdetypen aufgrund der osteologischen und osteometrischen Unterschiedlichkeiten ermöglichte die Bestimmung der Schichtung des spätkupferzeitlichen und frühbronzezeitlichen Hauspferdbestandes. Aufgrund der Untersuchungen konnten wir die frühere Auffassung, laut welcher in der frühbronzezeitlichen Periode unter Einwirkung der bronzezeitlichen Klimaänderung aus den in das Karpaten-Becken hereingekommenen „schmalhufigen Steppenpferden" „breithufige" entstanden waren, einer Revidierung unterziehen. In der frühbronzezeitlichen Perioden erschienen im Karpaten-Becken die Pferdetypen mit grazilem Knochenbau und schmalen Hufen bzw. mit robustem Knochenbau und breiten Hufen gleichzeitig, so konnten die Pferde von unterschiedlichen Phänotypen nicht voneinander entstanden sein. Der merkwürdigste Knochenfund der spätkupferzeitlichen Boleraser-Siedlung von Gyöngyöshalász waren die Prämaxiila- und Maxillabruchteile eines Löwens aus der 6. Grube. Ausser diesem sind Löwenreste in Ungarn noch von den Fundstätten Zengővárkony (Spätneolithikum) und Tiszaluc-Sarkad (Mittelkupferzeit) bekannt. Die niedrige Mortalität der jungen Tiere zeigt, daß die primäre Verwertungszweck des Rindviehs und auch der Kleinwiederkäuer nicht die Fleischproduktion gewesen sein konnte. Bei den Rindviehern war die Milch und das Jochziehen, bei den Schafen die Milch und die Wollproduktion der wichtigste Wirtschaftliche Nutzen. 62