Agria 19. (Az Egri Múzeum Évkönyve - Annales Musei Agriensis, 1982-1983)

Korompai János: A levélíró Gárdonyiról

Irodalom Gárdonyi József é. n. - Az élő Gárdonyi II. Bp. Korompai János 1968. Gárdonyi Géza levelezése Gárdonyi Sándor hagyatékában. Egri Múzeum Évkönyve (EMÉ) VI. 333-359. 1969. Gárdonyi Géza levelezése Gárdonyi Sándor hagyatékában. II. EMÉ VII. 355-387. 1970-71. Gárdonyi Géza levelezése Gárdonyi Sándor hagyatékában. III. EMÉ 277-323. Kőhegyi Mihály 1975. Gárdonyi Géza levelei az Országos Széchényi Könyvtárban. EMÉ XIII. 299-312. János Korompai Über Gárdonyi als Briefschreiber Der Verfasser stellt in dieser Studie den Schriftsteller Géza Gárdonyi als Briefschrei­ber vor. Zu diesem Zweck benutzt er zwei, bisher völlig unbekannte Quellen: Gárdonyis Geheimschriftaufzeichnungen, die Ende 1969 entziffert worden sind, und 14vomEgerer Museum unlängst erworbene originale Gárdonyi-Briefe. Bei der Übertragung der in Geheimschrift geschriebenen Texte wurden viele Auf­zeichnungen gefunden, in welchen Gárdonyi die Wichtigkeit des Briefschreibens betont und für diese Tätigkeit recht detaillierte Maßregeln festlegt. Diese im Laufe von vielen Jahren abgefaßten Regeln beweisen, daß Gárdonyi den Briefwechsel als eine wesentliche Möglichkeit der menschlichen Verbindung betrachtete und ihn für eine anderen literari­schen Tätigkeiten gleichwertige Arbeit hielt. Er baute eine „Philosophie des Briefschrei­bens" aus. Die wichtigsten Thesen dieses Systems — die mit der Schönheit und Güte identifizierte „Wärme", das Achten und Dienen der Freude anderer Menschen, die künst­lerische „Kürze", das „Spielen" mit „neuen" Wörtern und Ausdrücken - waren zugleich die allgemeingültigen und bis seinem Tode vom Belletristiker Gárdonyi eingehaltenen Arbeits Vorschriften. Das Museum von Eger kaufte im Jahre 1977 die 14 originalen Gárdonyi-Briefe, die vom im Jahre 1898 in Eger sich zurückgezogenen Schriftsteller an den Budapester Advo­katen und Sachschriftsteller Dr. Bertalan Fabó (Fränkel) gerichtet wurden. Der erste Brief stammt aus dem Jahre 1899, der letzte aus dem Jahre 1920, aber der wesentliche Teil von ihnen - die bis 1907 geschriebenen acht Briefe - bezieht sich auf eine einzige Angelegenheit, auf die Entstehung des von Dr. Fabó geschriebenen musik­historischen Werkes. Form und Inhalt der - in ihrer Gesamtheit ziemlich langen - acht Briefe veranschaulichen, wie Fabó, der sich als Unbekannter meldete, von Gárdonyi, der mit seinen eigenen Aufgaben auch sonst sehr beschäftigt war, verständnisvolle und fach­kundige Hilfe erhielt. Die Briefe von Gárdonyi verfolgen den Weg des im Jahre 1908 in der Ausgabe der Ungarischen Akademie der Wissenschaften erschienenen Buches vom ersten Entwurf an, über die Erörterung stilistischer Fragen, die Verbesserung der nach Eger geschickten Textteile bis zur Erscheinung und Vorbereitung einer eventuellen neuen Ausgabe. Der Briefwechsel zeigt auch die sich stufenweise beinahe zur Freundschaft entwickelnde Verbindung der Beiden intelligenten Menschen. Die in der Studie wortgetreu mitgeteilten und mit Bemerkungen erklärten Brief­texte bestätigen, wie konsequent Gárdonyi in seiner Praxis den von ihm für das Brief­schreiben als „Philosophie des Briefwechsels" ausgearbeiteten Vorschriften folgte. 299

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