Az Egri Múzeum Évkönyve - Annales Musei Agriensis 14. (1976)

Szabó János Győző: Árpád-kori telep és temetője Sarud határában III.

bedeutende Rolle die übernatürlichen Kräfte, die Dämonen in der Glaubenswelt der Menchen dieser Zeit eingenommen haben. Alles was vom Normalen abwich, die aussergewöhnlichen Fähigkeiten (Tele­pathie z. B.) Hess die Existenz einer heimlichen Zauberkraft vermuten und nach dem, wie der gesellschaftliche Stand des Begabten war, wurde diese geheime Kraft als Kraft des Guten oder des Bösen bezeichnet. Der Mass und Charakter der ver­mutlichen Verbindungen mit den Dämonen war also sehr verschieden. Verschieden waren sicherlich die gesellschaftlichen Beurteilungen und dementsprechend waren auch die Formen der ungewöhnlichen Beisetzungen vielfältig. Wer einen körperlichen Fehler hatte und war er dazu noch besitzlos, den konnte man der Hexerei beschuldigen und annehmen, dass der Unglückliche auch weiter in der Macht des Bösen sei. Bei schwären Krankheiten, an die Epileptiker gar nicht zu denken, bei diejenigen, die an schweren Kopfschmerzen litten, stellte man sehr leicht vor, dass der Böse in sie eingezogen ist (dementsprechend konnten wir manche archäologichse Beispiele darstellen). Bei Kinderhocker -und bauchlagegräber können wir dieselbe Begründung annehmen wie bei den Erwachsenen. Eine direkte Antwort können wir dafür aus des Volkskunde bekommen. Das Kind, welches mit einem körperlichen oder einem geistigen Fehler belastet war — hauptsächlich die geistesschwachen und die, die an Kopfschmerzen litten — varen „vertauschte Kinder". Noch in der Wiege hat der Taufei, die Hexe oder deren irdischer Beauftragte, die Hebamme, das wirk­liche Kind vertauscht und das andere statt dessen hineingelegt. Diese Kinder wur­den gut gehalten, damit das wirkliche Kind auch keinen Schaden leidet. Begraben aber wurden diese so, wie es sich bei denen gehört, die mit bösen Geistern in Ver­bindung stehen. Aus den Gesetzen unserer ersten Könige kann man klar sehen wie verbreitet der Glaube an Hexen war. Die extremste Form is der Vampir, der ungarische Alp (lidérc), der lateinische striga, welchen die Kirche als nicht existierend erklärte. Der Glaube aber an der Satan hat ohne zu wollen den Glauben an Hexen, an die Behexung sozusagen bis heute bewahrt. Frauen gerieten eher in Verdacht. Der fundamentale Grund dafür war der gesellschaftlich niedrigere Stand. Aber da sie eine grössere Neigung zum Aberglauben hatten, waren sie öfters selbst die Verur­sacher ihres Unglücks. Der Verfasser vermutat, dass im Kreise der Frauen die Kopfschmärzen häufiger sind und dass Störungen bei der Knochenstruktur auch eine Rolle gespielt haben könnten. Selbsverständlich kam es vor, dass Reihen von Dorfern frei von Besessenen und von Hexen waren. Bei manchen Friedhöfen aus dem X —XL Jahrhundert, die vollkommen freigelegt wurden, war keine aussergewöhnliche Bestattung vor­handen. 84

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