Az Egri Múzeum Évkönyve - Annales Musei Agriensis 13. (1975)
Lénárt Andor: Az egri céhek és a magisztrátus a 18–19. század fordulóján
Andor Lénárt DIE ZÜNFTE VON EGER UND DIE MAGISTRATUR UM DIE 18-19. JAHRHUNDERTSWENDE Bis zur Ende des 18. Jahrhunderts werden die grossen Bauarbeiten in Eger beendet. Es tritt eine vollkommene wirtschaftliche Stagnation ein, die Verarmung nimmt in grossem Masse zu. Daraus erfolgt in der Stadt ein schonungloser Kampf um den Unterhalt, um das Brot. Die europäischen Kriege der ersten Jahrzehnten des 19. Jhs. ziehen keinen Konjunktur-Aufschwung aller Handwerke nach sich. Diese werden aber alle von der Dekonjunktur, welche sich nach den napoleonischen Kriegen spürbar macht, berührt und ihr Dasein wird gefährdet. Die Zunftform in der Industrie ist schon überall in Europa und auch in Ungarn unzeitgemäss, überholt. Die Einwohner von Eger, welche sich hauptsächlich mit Landwirtschaft und Weinbau befassen, hängen doch an diese Produktionsform. Der Stadtmagister soll Massnahmen treffen um diese aufrechterhalten zu können. Dieser aber befindet sich in einer sonderbaren Lage, in der Klemme der Bürger und der Behörde. (Gutsherren, Komitat, Statthalterrat). Die Abhandlung, welche sich auf das schriftliche Material der Stadt stützt, welches in dem Komitatsarchiv von Heves aufbewahrt wird, liefert zur Geschichte der Handwerkergesellschaft und der Magistratur, zahlreiche Daten aus der Zeit der 18—19. Jahrhundertswende. Der Brotkampf geht in den Werkstätten der Kleinzünfte, auf der Strasse, auf den Märkten vor. Die Töpfer, die Textilfärben, die Tuchschorer, die Lebküchler, die Kerzengiesser, die Glaser, die Hutmacher, die Köche, die Seifensieder, die Sattler, die Geschirrmacher geraten in Konflikte miteinander, mit den Kaufleuten, mit den Mitgliedern anderer Zünfte, mit Meistern aus der Provinz, mit Verkäufern. Zur Regelung ihrer Discussionen verlangen sie und erwarten auch effektvolle Massnahmen seitens der Magistratur. Aus den Beschwerdeschriften der Zünfte, aus den Untersuchungsprotokollen, aus den Beschlüssen der Magistratur gestaltet sich ein Bild über jenen Zeitabschnitt der Geschichte der Handwerkergesellschaft, welcher der Tiefpunkt der feudalen Gesellschaftsordnung ist, von wo man sich nur mehr erheben kann, nur mehr vorschreiten kann. 173