Az Egri Múzeum Évkönyve - Annales Musei Agriensis 2. (1964)

Kovács Attila: Az észak-hevesi juhászat építményei

tudunk a vidéken. A tanyákon élő juhászság legnagyobb része a negyvenes évektől kezdődően beköltözött a közeli falvakba, foglalkozásától megvált. Egyesek a kör­nyéken kifejlődő bányászatban és iparban helyezkedett el, mások a felszabadulás után megalakult állami gazdaságok és termelőszövetkezetek juhállományát gondoz­zák. A felszabadulás utáni rohamos fejlődés, életforma változás a legtöbb helyen a nyomát is eltörölte az egykori primitív építményeknek. Kovács Attila SCHÄFERBAUTEN AUS DEM NORDEN DES KOM1TATS HEVES Nördlich von Eger zieht sich an dem westlichen Fuss des Bükk-Gebirges eine etwa 300—400 mü.M. gelegene waldige Hügellandschaft. Das Volk der rein ungarisch bevölkerten Dörfer dieses Gebiets befasste sich noch am Ende des 19. Jhds. mit einer ausgedehnten Schäferei. Dies war eine extensive Herdenzucht, das Vieh wurde nur im allerstrengsten Winter in das Dorf getrieben. Auf der waldigen Weide suchten sie das von der Natur gebotene Obdach, die von Wind geschützten Täler, Plätze unter den Kronen der Waldbäume. Der Schäfer selbst verbarg sich im Notfall in den Höhlen der grossen Bäume. Er zog sich mit seiner Herde auch in die Karsthöhlen des Bükk-Gebirges zurück. In der Umgebung von Szilvásvárad wurde eine Höhle hievon Istállóskői barlang (Stallstein-Höhle) benannt. Die Hirten bauten sich primi­tive zeltfömige Hütten (ungarisch gulyhö), die sie auch mit Erde bedeckten. Für die Schafe bauten sie mit verschiedenen technischen Lösungen Ställe aus Holz mit Strohdach (ungarisch akó). Die sommerliche Lagerstätte nannten sie Schlafunter­kunft (ungarisch szállás, hallás). Auf diesen szállás auf der Weide hielten sich nur die Hirten und das Mannsvolk aus der Familie des Landwirtes auf. Viele Flur- und Feldmarknamen in N-Heves zeugen von diesen ehemaligen Unterkünften. Auch der Feldmarknamen Láz kommt häufig vor, was auf eine Verbindung mit den unter diesem Namen in den Karpaten bekannten Hirtenunterkünften schliessen lässt. Im Winter hielten die Landwirte ihre Schafe in einem Teil ihres auf ihrem Grund und Boden im Dorf befindlichen, vor allem zur Futterspeicherung dienenden Scheune (ungarisch csür). Diese Scheune wurde aus Holz erbaut und mit Stroh bedeckt. Bei den Bauernwirten gab es keine besonderen Gebäude für die Verarbeitung der Milch, die Käsefertigung fand im Wohnhaus statt. Es gab um 1900 sogar solch arme Familie, die ihre Dutzend Schafe im hinteren Teil ihres Wohnhauses (ungarisch komra) hielten. Auf den Schäferunterkünften der bis 1945 bestandenen Grossgrundbesitze diente zur Fertigung der Käse ein besonderes Gebäude (ungarisch sajtház, kolyiba). Auf den Einzelhöfen (ungarisch tanya) der Grossgrundbesitzer gab es schon in der Vergangenheit aus Stein und Lehm gebaute Gebäude und die Hirten wohnten mit ihren Familien zusammen auf der tanya. Im Laufe der Entwicklung seit 1945 nahmen die Stellen der ehemaligen Schäfer­bauten zeitgemässe Gebäude der Produktengenossenschaften und staatlichen Güter ein. Attila Kovács 379

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