Az Egri Múzeum Évkönyve - Annales Musei Agriensis 2. (1964)

Szabó János Győző: Honfoglaláskori sírok Eger-Répástetőn

Der Tote des 1. Grabes ist zweifellos ohne Prunkgürtel bestattet worden. Da in diesem Zeitalter das Umgürten bei den östlichen Hirtenvölkern das Symbol der Ehrung und die Beschlagnahme des Gürtels mit der Entehrung gleichwertig war — das freiwillige Ablegen des Gürtels war das Zeichen der Unterwerfung — kann man hinter dem Fehlen des Prunkgürtels aus den Gräbern vornehmer Magyaren aus dem X. Jh. gewichtige Gründe ahnen. In diesem Fall vermag die Lage des Messers eine Erklärung zugeben. Wir fanden das Messer auf die beschriebene Art tief in der Brust gestochen, es besteht kein Grund dazu, Störung durch Tiere vorauszusetzen. Da der Tote sicher­lich durch seine Angehörigen begraben wurde, muss angenommen werden, dass er in Verbindung mit der Bestattungszeremonie den Herzstich erhielt. Nach Spuren des Vampirismus wurde im Material aus der Zeit der Land­nahme noch nie geforscht. Die ungarische Völkerkunde kennt diesbezügliche Be­stattungsaberglauben nur auf den von den Nationalitäten bewohnten Gebieten. Auf Grund des|Denkmalmaterials aus der späten Awarenzeit wurde dieses Problem bereits behandelt. Es kann nachgewiesen werden, dass von den vampiristischen Bräuchen der Nach­barvölker die meisten auf dem durch die erobernden Magyaren besetzten Gebieten noch im X. Jh. üblich waren. Es kamen das Verstreuen von Hirse im Sarg, ein Netz am Hals des Toten, das Umdrehen des Leichnams bzw. das Verdrehen des Gesichts zur Erde, das Zusammenbinden von Händen und Füssen, Steine auf dem Kopf oder auf den Füssen, das Abschneiden des Fusses oder der Hände, das Abschneiden des Kopfes (und das Niederlegen desselben zwischen die Beine) der Bruststich — die meisten sind mit mehr als einem Beispiel belegbar. Hiezu zählt noch das Hinein­schiessen des Pfeils ins Grab. Über das Hineinschiessen ins Grab (mit der Flinte) im Zusammenhang mit der Vernichtung des Vampirs wurden Angaben aus Bulga­rien aufgezeichnet. Die Spuren dieser abergläubischen Bräuche aus dem X. Jh. sind auf dem Gesamtgebiet des Landes vereinzelt auffindbar, sie fehlen in einigen Gräberfeldern vollkommen, dagegen sind an anderen Stellen mehrere Fälle vorgekommen. Wahr­scheinlich führten auch früher örtlich bedingte Ursachen (z. B. Naturkatastrophen) zum Aufschwung dieses abergläubischen Brauches. Die Vorsichtsmassnahmen im Zusammenhang mit dem Toten sind in reichen und armen Gräbern gleicherweise nachweisbar, wie dies Kovrig I. in einem awarischen Gräberfeld feststellen konnte (AH 40.). Unter den Beispielen für den Vampirglauben aus der Zeit der Landnahme ist kein Grab bekannt, in welchem der Tote seinen Prunkgürtel erhalten hätte, obwohl sogar ein solches Grab mit Säbeltaschenplatte in dem Material vorkommt. In Kenntnis des Vampir-Glaubens ist zu verstehen warum der Tote in 1. Grab mit einer beschädigten Messerklinge abgestochen wurde: die Völkerkunde bezeugt nämlich, dass man zu solchen Zwecken alte Klingen und solche die noch nie Brot geschnitten haben, benützte. Die Fundstelle der Gräber in Répástetó' ist eine wichtige Angabe zur Sied­lungsgeschichte, da sie das über die Besetzung der Umgebung von Eger in der Zeit der Landnahme gefasste Bild besser beleuchtet. Die bisherigen Fundstellen aus dem X. Jh. sind im Tal des Flusses Eger von der Theiss bis zur Linie der Burg Eger gele­gen. Die Fundstelle Répástetó' betont noch mehr, dass nur der untere, südliche Teil des Beckens von Eger bewohnt war. Im XL Jh. verschob sich der Schwerpunkt der Besetzung von Eger etwas mehr nach N, aber von den südlicheren Gebieten zog das Magyarentum doch nicht fort. J. Gy. Szabó 139

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