Petercsák Tivadar - Berecz Mátyás (szerk.): Információáramlás a magyar és török végvári rendszerben - Studia Agriensia 20. (Eger, 1999)
HILLER ISTVÁN: A Habsburg informátorhálózat kiépítése és működése az Oszmán Birodalomban
István Hiller AUSBAU UND TÄTIGKEIT DES HABSBURGISCHEN INFORMATORENNETZES IM OSMANENREICH Der Frieden in Zsitvatorok (1606) öffnete ein neues Kapitel in der Geschichte der diplomatischen Verbindungen zwischen den Habsburgischen und den Osmanischen Reichen. Der auf dem Gleichgewicht der Wäfte gründende Friedensschluß machte es möglich, die Tätigkeit der ständigen diplomatischen Vertretung der Habsburgermonarchie in Konstantinopel wieder aufzunehmen. Nach 1620 wurde aber klar, daß es unmöglich ist, die Politik des riesigen Osmanenreiches, auch nur in seinen europäischen Gebieten, von einer einzigen Station aus zu überwachen, ebenso wenig, wie der Ausbau eines genau und sicher arbeitenden Nachrichtendienstes. Es war eindeutig notwendig, ein solches im Geheimen tätiges Informatorenetz auszubauen, das gleichzeitig die Tätigkeit der ständigen Vertretung ergänzte und Informationen aus mehreren Quellen schöpfte, sowie eine Kontrolle der Nachrichten der Vertretung in Konstantinopel bedeutete. Diese Organisation war die Institution der Geheimen Korrespondenten, die von Johann Jacob Kurz gegründet und organisiert wurde. Die geheimen Korrespondenten waren als Informanten in Buda, Sofia, Belgrad, dann in Konstantinopel und Jassy tätig und beförderten ihre Berichte an den Hofkriegsrat, der für die Koordinierung der türkischen Diplomatie zuständigen Wiener Institution. Sie bekamen bedeutende Entlohnung. Obwohl sie mit verschiedenen Vorstellungen arbeitete, waren die Geheimen Korrespondenten das erste, das ganze europäische Gebiet des Osmanenreiches durchziehende Informationsnetz der Habsburger. Die „geheimb Correspondenz“ war bis zum Ende der Türkenherrschaft in Ungarn tätig und trug bedeutend dazu bei, daß die Diplomatie der Habsburger ein vollständigeres Bild über die Politik Konstantinopels bekam. Der Erfolg der Befreiungskämpfe gegen die Türken in der zweiten Hälfte des 17. Jh. kann nur verstanden und eingeschätzt werden, wenn wir die Entwicklung des diplomatischen Systems in Betracht ziehen. Die Institution der Geheimen Korrespondenten war eine wichtige Station dieser diplomatischen Entwicklung. 167