Gazda László szerk.: Néprajzi tanulmányok (A Hajdú-Bihar Megyei Múzeumok Közleményei 51. Debrecen, 1992)

P. Szalay Emőke: Tiszafüredi kerámia a Déri Múzeumban

Emőke Szalay KERAMIKEN AUS TISZAFÜRED IM DÉRI-MUSEUM Zur volkskundlichen Sammlung des Déri-Museums gehören etwa 60 Keramiken aus Tiszafüred. Über dieses Töpferzentrum am Mittellauf der Theiss, welches hier zu den bedeutendsten zählt, war der Volkskunde bis in jüngste Vergangenheit recht wenig bekannt. Aufgrund der neuesten Forschungen von Anikó Füvessy konnten wir jedoch mehr über das Töpferhandwerk von Tiszafüred erfahren. Von hier ist uns auch eines der farbigsten und einheitlichsten Gefässensembles erhalten geblieben. Das Material aus dem Déri-Museum wird anhand der Terminologie von Mária Igaz und Mária Kresz gruppiert vorgestellt. Die Töpfer aus Tiszafüred fertigten in erster Linie Schüsseln an, sodass zur Sammlung des Déri-Mu­seums vor allem derartige Gefässe gehören, und zwar zwölf Schüsseln aus der Blütezeit der Tiszafüreder Keramik, aus der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Die meisten dieser Schüsseln sind mit Blumenmus­tern verziert, doch gibt es auch welche mit Vogelmotiven. Auf einigen sind auch Jahreszahlen angegeben. Ausserdem gibt es auch Gefässe zur Aufbewahrung; so unter anderem den sog. Patentopf (ung. : komaszilke), in dem man der Wöchnerin etwas zu essen brachte, und die in ihren Abemssungen grösseren Kübel (ung. : bödön). Diese Gruppe ist dann noch durch Tabakgefässe und Gewärzgefässe vertreten. Zur Aufbewahrung von Wein dienten eine einhenkelige Kanne (ung. bokály) und andere Kannen sowie die von ihrer Funktion und äusseren Form her auffallenden Mischkakannen und die sog. csalikancsó (Kanne mit Löchern), die hier ebenfalls vorgestellt werden. Unter den Gef ässen zur Aufbewahrung von Wein und Schnaps sind uns neben den Bouteillen und verschiedenen Feldflaschen sowie auch Tellern in grosser Zahl die sog. kleinen Bouteillen erhalten geblieben. Sie werden hier nach der äusseren Form gruppiert vorgestellt, wobei in einigen Fällen auch der Versuch unternommen wurde, ihre Beziehung zu den einzel­nen Werkstätten und Meistern zu rekonstruieren. Als besondere Raritäten unter den Gefässen in unserer Sammlung gelten ein Fass und ein Tintenglas.

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