Nyakas Miklós szerk.: Hajdúsági Múzeum Évkönyve 5. (Hajdúböszörmény, 1983)

NÉPRAJZ — VOLKSKUNDE - Was kostete die Aussteuer einer wohlhabenden Bauerntochter aus Hajdú-szoboszló zur Zeit des Dualismus?

Gyula Varga WAS KOSTETE DIE AUSSTEUER EINER WOHLHABENDEN BAUERNTOCHTER AUS HAJDÚSZOBOSZLÓ ZUR ZEIT DES DUALISMUS? Der Hajdúszoboszlóét- Grundbesitzer Lajos Czeglédi d. Ä. führte von 1881 bis 1911 Buch über seine wichtigsten Ausgaben. Das ist auf den Seiten 139 bis 141 eine Aufzählung mit 61 Posten darüber zu finden, was im Jahre 1881 an Stücken für die Hochzeitsausstattung der Tochter angeschafft wurde. Die Aussteuer oder Mitgift war in den Hajdüstädten von ganz besonderer Bedeutung, weil die Mädchen in der Er­folge benachteiligt waren. Die Aussteuer war gleichsam Ausdruck für die Vermö­gensverhältnisse einer Familie, die eine Tochter hatte. Die Czeglédis waren eine alteingesessene Hajdú-Familie; sie verfügten nicht nur über ein ansehnliches Vermögen (100—200 Katastraljoch Boden gehörten ihnen), son­dern einstmals auch über Adelsprivilegien. Und somit waren sie auch immer in den verschiedenen Institutionen der städtischen Selbstverwaltung vertreten. Die Aussteuer machte der Buchführung nach 983 Forint und 13 Kreuzer aus. Der Umfang dieser Summe wird aber erst dann deutlich, wenn man sie mit ande­ren Aufzeichnungen aus der Buchführung vergleicht. Demzufolge kostete ein gesam­tes Einzelgehöft (ung. : tanya) mit allen Wirtschaftsgebäuden zusammen 988 Forint, und für 1654 Forint konnte eine ganze Trockenmühle errichtet werden. Die einzelnen Posten dieser Aufzählung sind auch von kulturhistorischen Ge­sichtspunkt sehr interessant: So zeigt sich hier, dass noch die herkömmlichen Volks­trachten getragen wurden, und dass sich die Verbürgerlichung eher in der Quali­tät der Stoffe und in dem verschiedenen Zubehör widerspiegelt.

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