Nyakas Miklós szerk.: Hajdúsági Múzeum Évkönyve 5. (Hajdúböszörmény, 1983)
NÉPRAJZ — VOLKSKUNDE - Ein seltenes Kleingewerbe in Hajdúböszörmény — Der Töpfer Sándor Hódos
Emőke P. Szalay EIN SELTENES KLEINGEWERBE IN HAJDÚBÖSZÖRMÉNY DER TÖPFER SÁNDOR HÖDOS In den Schriften der Gewerbeverbände von Hajdúböszörmény aus der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts werden die Töpfer nicht erwähnt. Die Einwohner der Stadt besorgten sich ihre irdenen Haushaltsgefässe in den verschiedenen Töpferzentren; zu den bedeutendsten zählten damals Debrecen, Mezőtúr, Hódmezővásárhely sowie die Töpferzentren in Gömör. Gegen Ende des Jahrhunderts machten mehrere Töpfer den Versuch, sich in der Stadt niederzulassen, doch nach geraumer Zeil gaben sie alle ihr Gewerbe auf. Der Grund hierfür liegt wahrscheinlich darin, dass in der Umgebung der Stadt kein Material für die Gefässherstellung vorkommt. Zum Beginn des 20. Jahrhunderts liess sich hier Sándor Hódos nieder, der bis zu seinem Tode im Jahre 1955 das Töpferhandwerk ausübte. Sándor Hódos galt als einfacher Bauerntöpfer, der ohne nach grösseren künstlerischen Leistungen zu streben, einfache Gebrauchsgegenstände anfertigte. In seiner Werkstatt entstanden vor allem Milchtöpchen, Näpfe, Töpfe, Krüge, schüsseln, und Teller. Kannen, Kasserollen und Bouteillen stellte er weitaus seltener her. In grosser Menge fertigte er Blumentöpfe, Tränkgefässe für Enten und Kinderspielzeug. Seine Waren verkaufte er im Ort daselbst auf dem Markt oder auf Jahrmärkten. Er zog jedes Jahr auf 18 Jahrmärkte in die umliegenden Dörfer und rKeise. An seinen Produkten kann die Wirkung des Töpferhandwerks von Mezőtúr nachgewiesen werden. Ebenso kann an seine Arbeiten eine Veränderung der Bedürfnisse bei den Käufern beobachtet werden. 217.