Bencsik János szerk.: Hajdúsági Múzeum Évkönyve 2. (Hajdúböszörmény, 1975)

Die Dichtkunst der Hajdúböszörményei- Friedhöfe

Imre Dankó DIE DICHTKUNST DER HAJDUBÖSZÖRMÉNYER FRIEDHÖFE Hajdúböszörmény ist eine Stadt mit 32 000 Einwohnern, das Zentrum des einstigen Haiduckendistrikts. Es ist ein wohlhabender Flecken ; 90% der Einwohner ist kalvinis­tisch, 8% griechisch-katholisch, 2% römisch-katholisch. Früher hatten alle drei Kir­chen je einen gut gepflegten Friedhof. 19H8 wurden die alten Friedhöfe geschlossen, und aus dem früheren Westfriedhof wurde ein Zentralfriedhof gestaltet. Im Zentral­friedhof sind die Bedingungen und die Ordnung der Bestattungen anders, als in den alten Friedhöfen. So nehmen die mit der Bestattung zusammenhängenden Traditionen schon jetzt kräftig ab. Der Verfasser schreibt in der Einleitung über das Ästhetikum der Friedhöfe im allgemeinen (Trachten nach Ständigkeit : gruftartige Gi-äber, Kreuze aus Eisenbeton, der Gebrauch von Eisenkränzen, neuerdings, Grabmähler aus Kunststein statt der früher ausschliesslichen Grabhölzer, Form und Farbe- der Grabhölzer, Kranzhalter, usw.) dann teilt mit, dass er sich hier nur mit den Epigraphen beschäftigen wird. Früher haben nur die Kalvinisten Epigraphe an die Grabhölzer gemalt, gegen­wärtig sind sie nicht mehr an den Grabhölzern zu finden, da die Grabhölzer für den Text nicht breit genug sind. Sie leben aber an den Grabsteinen weiter, sogar heute nicht nur bei den Kalvinisten, sondern auch bei den Katholiken und Unierten. Die Hajduböszörményer Epigraphe wurden vom Verfasser in fünf Gruppen geteilt und auch an Photos vorgestellt. J >ie Hajduböszörményer Epigraphe haben meist zwei Zeilen, Paarreim, und sind die Varianten von ein bis zwei Gedanken. Die Varianten gehen in die Einzelheiten, die als ständig wirkenden Texte werden aktualisiert. Manche Texte sind für wirkliche Gedichte zu nehmen, nier zeigt sich mehr oder weniger die Wirkung der Kunstdichtung. Die vorgestellten Epigraphe verbreiteten sich durch un­mittelbare Ubergabe und sind ihrem Ursprung nach auf den Nachruf der Kirchen­sänger zurückzuführen. Ks gibt unter ihnen keine humoristischen Texte. 294

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