Bencsik János szerk.: Hajdúsági Múzeum Évkönyve 2. (Hajdúböszörmény, 1975)

Wirtschaft auf Kecskéspuszta auf der äuszeren Weide der Stadt Kisújszállás

János Bencsik WIRTSCHAFT AUF KECSKÉSPUSZTA, AUF DER ÄUSSEREN WEIDE DER STADT KISÚJSZÁLLÁS Das Thema, mit dem sich der Aufsatz beschäftigt, gehört zur Forschung der Hor­tobágy. Das Gebiet, dessen ethnographische Darstellung im Aufsatz zu finden ist, ist organisch mit der Hortobágy verbunden. Der Aufsatz besteht aus den folgenden Teilen: Vorstellung der Stadt Kisújszállás, die äussere Weide Kecskéspuszta, die gegenseitige Wirkung der zwei betreffenden Siedlungen Kisújszállás und Tiszacsege. Kisújszállás hat sich im 18. Jahrhundert von den Steuern an den Gutsherrn ab­gelöst. Als Erfolg, genoss die Bevölkerung freibäuerliche Rechte. Die Redemption (die Ablösung) schuf solche Möglichkeiten, dass die Gemeinschaft sich kräftiger entwickeln, freier wirtschaften konnte. Besonders interessant ist der Flurgebrauch der freibäuer­lichen Gemeinde, weil ein grosser Teil ihrer Flur bis zur Mitte des vergangenen Jahr­hunderts vom Hochwasser überschwemmt wurde. Auf den trockenen Flurteilen wurde Ackerbau getrieben, auf den tiefliegenden und sodahaltigen Wiesen geweidet. All­mählich veränderte sich die Ansicht der Gegend, das Hochwasser wurde aufgehoben, die grossen Weiden kamen unter Pflug. Das Vieh wurde von den Weiden verdrängt, wo die Rinder, Pferde, Schafe und Schweine halbfrei gehalten worden waren. Die Bauern der Stadt Kisújszállás hielten immer mehr Vieh, als das der Charakter und die Ausdehnung der Flur ermöglicht hätten. Darum pachteten sie für die frei oder halbfrei gehaltenen Herden und Gestüte auch fremde Weiden. Diese Wiesen schlössen sich als äussere Weiden an die Flur der Stadt an, und sie wurden im Laufe des Flurgebrauchs mit der Wirtschaft der Bauern verbunden. 1862 hat so die Stadt Kecskéspuszta in Tiszacseges Flur gekauft, später mit Ank­auf von anderen Teilen in ein bedeutendes Gut entwickelt. So begann die Wirtschaft auf diesem neuen Gut der Stadt. Das bedeutete eigentlich, dass Kecskéspuszta die in­zwischen aufgeackerte Gemeindeweide ersetzte, und die Besitzer hier halbfreie Vieh­zucht getrieben haben. Die Verwaltung wurde vom aus den Bodenbesitzern organi­sierten Possessorat geführt. Ihr Interesse war, die aus ihrer eigenen Flur verdrängten Pferde, Rinder und Schafe auf Kecskéspuszta grasen zu lassen, so haben sie das Gebiet z. B. mit verschiedenen Bauten ausgerüstet. Die Entfernung zwischen Kisújszállás und seinem Gut Kecskéspuszta ist gross, 85—90 km. Diese Strecke haben die Gestüte und Herden im Frühling und im Herbst zurückgelegt. Dementsprechend gestaltete sich die Ordnung, des Austreibens, des Rück­treibens und der Hütung. Es gab eine behördlich genehmigte Richtung des Treibens, es entwickelte sich ein früher schon bekannter Beruf, das Viehtreiben. (Damit be­schäftigten sich ursprünglich auch die Haiducken.) Das auf die Weide getriebene Vieh war von April bis November frei und graste. Zur Hütung wurden in erster Linie Hirtenaus der Mutterstadt angestellt. Diese haben dann aus Tiszacsege Hirtenjungen gerufen, die ihnen behilflich waren. Diese traditionelle Tätigkeit wurde bis in die 1960 er Jahre getrieben. Auf einem Teil des Gutes wurde auch moderne Landwirtschaft getrieben. So entwickelte sich eine Zweiheit: einerseits wurde die traditionelle Viehzucht aufbewahrt, anderseits wurde ein moderner landwirtschaftlicher Betrieb ausgebaut. 284

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