A Debreceni Déri Múzeum Évkönyve 1988 (Debrecen, 1990)
Néprajz - Fehér Ágnes: Untersuchung zu den moralischen Verhaltensnormen und Bewusstseinsverhältnissen iseiner Freikirchlergemeinde von Debrecen
Agnes Fehér UNTERSUCHUNG ZU DEN MORALISCHEN VERHALTENSNORMEN UND BEWUSSTSEINSVERHÄLTNISSEN IN EINER FREIKIRCHLERGEMEINDE VON DEBRECEN Die theologischen Kriterien der Freikirchlergemeinden beeinflussen die moralischen Verhaltensnormen und sogar die Gestaltung der Bewussteinverhältnisse dieser Gruppen in entscheidenden Masse. Das in den Freikirchen vorherrschende Normensystem lässt sich nach verschiedenen Aspekten gruppieren. Bestrengsten Sanktionen zählt. Ebenso gehörtes zu einem Teil der kleinkirchlichen sonders wichtig ist die sog. religiöse Moral, die bei der Beurteilung des Mitgliedes von Seiten der Gemeinde eine bevorzugte Frage darstellt. Im weiteren sind die Moral innerhalb der Familie, innerhalb der Gemeinde und die innerhalb der „weltlichen" Sphäre zu beurteilende Arbeitsmoral zu untersuchen. Die Moral innerhalb der Gemeinde verfügt ähnlich wie die religiöse über entscheidende Wichtigkeit. Nahezu in allen Fällen ordnen sich die individuellen Bestrebungen den von der religiösen Gemeinschaft geforderten und genauer erwarteten Handlungen unter. Dies ist zwar in keiner konstitutionellen Regelung konkret fixiert, funktioniert aber als stillschweigend akzeptierte Norm, über welche sich jedes Kirchenglied, jeder Gläubige im klaren ist. Beispielsweise kann es bei Ehebruch dazu kommen, dass das betreffende Glied aus der Gemeinde ausgeschlossen wird, was zu den strengsten Sanktionen zählt. Ebenso gehörtes zu einem Teil der kleinkirchlichen Moral, Kindersegen zu akzeptieren und Kinder möglichst schon von Anfang an in religiösem Sinne zu erziehen. Natürlich lassen sich die verschiedenen Sparten der einzelnem moralischen Normen nicht strikt voneinander trennen, ja, an mehrenen Punkten treffen sie sogar aufeinander und „verrutschen" ineinander. Noch immer birgt die Aufdeckung des Normensystems für freikirchliche Kleingemeinden zahlreiche Varianten in sich und bietet sowohl der Volkskunde als auch der Religionssoziologie immer wieder neue Forschungsmöglichkeiten. 247