A Debreceni Déri Múzeum Évkönyve 1986 (Debrecen, 1987)

Művészettörténet - Sápi Lajos: Miháy Péchy

Lajos Sápi MIHÁLY PÉCHY Mit seinen weitausladenden Bäumen stellt ein stiller Park, der Gedenkgarten (ung. : Emlékkert), die Verbindung zwischen den beiden schönsten Denkmalschutzgebäuden von Debrecen, dem Re­formierten Kollegium und der Grossen Kirche, dar. Nach den Plänen von Mihály Péchy wurden zu Beginn des 19. Jahrhunderts das Kollegium, das erste seiner Art in Ungarn, das klassizistische Schulgebäude, sowie die Grosse Kirche, die durch ihre spezifische Erscheinung und architektonische Gestaltung recht bald zum Wahrzeichen der Stadt Debrecen wurde, erbaut. Dennoch wissen wir nur so wenig über den Architekten Mihály Péchy, diesen durch und durch ungarischen Baukünstler. Ja, von seinem Schaffen wissen wir ausser diesen beiden Bauten kaum etwas. So will ich nun versuchen, uns anhand der erhalten gebliebenen Korrespondenz und Auf­zeichnungen ein Bild von seinem Werk zu formen. In ihrer Arbeit „Die Reformierte Grosse Kirche von Debrecen" berichtete Agóta Kun in An­lehnung an die Angaben aus dem Militärgeschichtlichen Archiv Wien, welche dann auch von mehre­ren Lexika übernommen wurden, dass Mihály Péchy 1755 in Ahurds (ehem. Komitat Bihar) ge­boren wurde. Sie meinte, dass dies mit der Gemeinde Álmosd identisch sei. Im Gegensatz zu dieser Annahme stiess ich im Stammbuch des Reformierten Kollegiums zu Debrecen auf folgende Eintragung aus dem Jahre 1770, die unter Einhaltung der Kollegiumsgesetze beeidigt ist: Michael Péchy, Fejérszék, orphanus nobilis, Studiosus philosophiae, matheseos et theologiae (Mihály Péchy, Fejérszék, verwaister Adliger, Student der Philosophie, der Mathematik und der Theologie). Da bei der Immatrikulation seinerzeit als Kompetenzort der Geburtsort einge­tragen wurde, können wir diese Angabe als glaubwürdig annehmen. Péchy beendete seine Studien am reformierten Kollegium zu Debrecen als externer Schüler. Hierauf studierte er in den Jahren zwischen 1776 und 1779 als Mitglied der Wiener k.u.k. In­genieur- Akademie im Theresianum als Kadett des Genie-Korps auf einige Kosten. Nebenbei be­suchte er die Akademie der Bildenden Künste zu Wien, wo er neben den verschiedenen künstlerischen Fächern auch Architektur studierte. Im Jahre 1788 nahm er schon als Oberleutnant des Geniekorps an den Kämpfen gegen die Türken teil. Beim Kampf gegen die Franzosen geriet er dann später in Gefangenschaft. Sein Grossonkel Imre Péchy, Oberkurator des Transtheiss-Kirchendistrikts, gab Mihály Péchy, der nunmehr die Laufbahn eines Militärs eingeschlagen hatte, den Anstoss, seine Bemühungen als Architekt weiter zu entfalten, indem er ihn 1801 aufrief, an Stelle des veralteten Kollegiumsgebäude ein neues, grossangelegtes Schulgebäude zu konstruieren. Mihály Péchy folgte diesem Aufruf un­versehens und fertigte noch im gleichen Jahr die ersten Skizzenpläne an. Nach einer Überprüfung durch das Konsistorium reichte er neue Pläne ein, die sich nun auch schon auf den südlichen Ge­bäudeflügel des Kollegiums bezogen, welcher inzwischen bei einer Feuersbrunst im Jahre 1802 völ­lig zerstört war. Der grosse materielle Schaden, den die Kirche durch eben diese Feuersbrunst er­litten hatte, führte dann dazu, dass die Bauarbeiten erst 1803 in Angriff genommen werden konnten. Während der langen Diskussionen in der Vorbereitungszeit reifte der Plan für das Kollegium immer mehr und so entstand dann schon zu Beginn des 19. Jahrhunderts ein Schulgebäude in rein klassi­zistischem Stil. Dennoch ist es schade, dass in Folge der sich immer mehr erschwerden finanziellen Lage der Kirche das grossangelagte Schulgebäude nicht in seiner unveränderten Konstruktion erbaut werden konnte. Aus diesem Grunde folgten die übrigen Frontseiten nicht der beispielhaften südlichen Hauptfront; ja, auf der Hofseite waren diese nur einfach verputzt. Ähnliche Abstriche mussten auch bei der Ausführung des Inneneren gemacht werden. Bei der grossen Feuersbrunst 1802 wurde auch die benachbarte reformierte Grosse Kirche ein Opfer der Flammen. Zu ihrem Neuaufbau bat man Mihály Péchy noch 1803 um entsprechende Pläne. Hierbei sprachen das Konsistorium und die Stadtherren den entschlossenen Wunsch aus, dass der Architekt bei der Konstruierung der neuen Kirche die Grundmauern der alten abgebrannten 403

Next

/
Thumbnails
Contents