A Debreceni Déri Múzeum Évkönyve 1986 (Debrecen, 1987)

Történelem - Kahler, Frigyes: Das Pizetum-Recht

Frigyes Kahler Das Pizetum-Recht I. Die Ungarische Gesetzsammlung bemarkt hinsichtlich der kontrollierenden Rolle des Erzbischofs von Gran im ungarischen Münzschlagen: „Solcher Auftrag des Erzbischofs stammt aus der Zeit Stephan des Heiligen und bestand auch unter den Königen von Arpaden, was sich aus den Gesetzen Adalbert des Vierten erweist, der im Jahre 1256 und im Jahre 1262 den Prinas des Landes in diesem Recht bestätigte, und er erwähnt in diesem bestätigen­den Brief, dass der Primas das Recht direkt von Stephan dem Heiligen erhalten hat." 1 Hinsichtlich der Entstehung der kontollierenden Tätigkeit, die Pisetum-Recht genannt wurde, und seinerzeit auch ein nicht geringer Einkommen bedeutete, spricht György Györffy — ein bedeutender Historiker unserer Zeit — von der zitierten Auffassung als selbstverständ­lich im Zusammenhang mit dem Münzschlagen Stephan des Heiligen, und erwähnt als ein triftiges Argument, als er Gran „Regia Civitas", die münzschlagende Stadt unseres ersten Königs erwähnt: „Für Gran spricht als für einem königlichen Prägeort das vom Anfang an in Evidenz gehaltene Pisetum-Recht des Erzbischofs von Gran". 2 Györffy teilt also die Meinung von Bálint Hóman, demgemass: „Die Ausübung der Kontrolle stand dem Erzbischof von Gran infolge seines münzschlagenden Zehntrechts nicht nur als Pflicht, sondern quasi als Recht zu." 3 Und mit Hóman und mit in dem juris tischen Fachliteratur tatig gewesenen Gyula Gábor nimmt er die Behauptung des Pistem­Rechtes an, die Ferenc Kollányi als die erzbischöfliche Kontrolle des Rechtes und der Pflicht des Münzschlagen deutete, nämlich dass Stephan der Heilige dem Erzbischof von Gran dieses Recht verlieh, und er ihm als der höchsten moralischen Autorität die Kontrolle über das Münzschlagen auferlegte. Um die Entstehung und den Inhalt des Pisetum-Rechtes näher prüfen zu können, müs­sen wir kurz das Elaborat von Kollányi durchblicken, der wirklich — und in den einzelnen Fragen erfolgreich — bedeutende Versuche zur Deutung der Frage gemacht hat und sein unvergänglicher Verdienst ist das gewissenhafte Sammeln von urkundlichem Material zum Thema. 4 Der Ausgangspunkt der Begründung von Kollányi ist die Donation Stephan des Heili­gen, mit der er angeordnet hat, aus dem dem ungarischen König gebührenden Einkommen 1 Corpus Iuris Hungarici (Weiter CIH.) — Red.: Márkus Dezső. Bp., 1899. IV. p. 179—181. 1659 (I) deer. Der Kommentar von Márkus, Dezső. 2 Györffy György: A magyar pénzverés kezdeteihez. Numizmatikai Közlöny (Weiter NK.) LXXII— LXXIII. p. 37. — Szalay László: Magyarország története. (Pest, 1891.) I. p. 128. — Györffy György: István király és műve. (Bp., 1977, weiter IK) p. 152—153., p. 346—356. —• Huszár Lajos: Bemerkungen zur Frage der ersten ungarischen Münzen. NK. LXVI— LXV. p. 29—31. 3 Hóman Bálint: Magyar pénztörténet 1000—1325. (Bp., 1916, Weiter MP.) p. 469. 4 Kollányi Ferenc: Az esztergomi érsek pizetumjoga=Katolikus Szemle. 1889. p. 521—576., p. 679—776. — Bartal, György: Commentarium ad Históriám Status Jurisque Publici Hungáriáé. Pozsony, 1847.) P. 272. — Gábor Gyula: Magyar jogi lexikon I— VI. (Red.: Márkus Dezső. Bp., 1907) VI. p. 64. 179

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