A Debreceni Déri Múzeum Évkönyve 1982 (Debrecen, 1984)
Történelem - Nyakas Miklós: Die Rolle der Debrecener Drucker bei der Gründung eines Fachblattes für Drucker in ungarischer Sprache
Miklós Nyakas DIE ROLLE DER DEBRECENER DRUCKER BEI DER GRÜNDUNG EINES FACHBLATTES FÜR DRUCKER IN UNGARISCHER SPRACHE Der Verfasser gibt einen Überblick über die historische Entwicklung des Druckereiwesens in Ungarn. Vor dem Ausgleich waren die meisten Drucker gebürtige Ungarn, doch der enorme Aufstieg im Druckereigewerbe nach 1867 bedeutete auch, dass die zugewanderten Facharbeiter vorwiegend aus deutschsprachigen Gebieten kamen. So verschoben sich die Proportionen zu Gunsten der Deutschen. Das erste Fachblatt für Drucker in Ungarn erschien in Ungarisch. Es wurde jedoch bald eingestellt; und das an seine Stelle tretende Blatt „Typograhpia" erschien schon in Deutsch und Ungarisch, was gleichzeitig ein Zeichen für die Veränderungen in der Nationalitätenzusammensetzung der Druckereiarbeiter war. Die Rolle der deutschstämmigen Arbeiter im ungarischen Druckereigewerbe ist im Grunde genommen eine zweiseitige. Einerseits waren sie fest mit der fortschrittlichsten Bewegung im damaligen Europa, mit der deutschen Arbeiterbewegung, verbunden. Andererseits erhoben sie sich aufgrund ihres fachlichen Wissens in die Reihen der Arbeiteraristokratie. Infolge dieser beiden letzten Faktoren isolierten sie sich recht bald von der ungarischen Wirklichkeit und auch von ihren ungarischen Fachkollegen. Dies führte umgehend zu einer Zuspitzung der Situation! Die sogenannte „Nationale Partei" und die „unabhängigen", die die gegebene Situation um jeden Preis erhalten wollten, kamen zustande. Letztere waren Deutsche, die verlauten Hessen, dass sie als Arbeiter Internationalisten sind und sich so zu keiner Nation gehörig fühlen. Nachdem den ungarischsprachigen Druckern eine Verungarisierung der Typographia nicht gelungen war, brachten sie ein neues Fachblatt für das Druckereiwesen „Nyomdászok Közlönye" (dt.: Druckermitteilungen) heraus. Dies führte gleichzeitig auch zum Bruch im einheitlichen Druckerverein. Die Führer der „Nationalen Partei" erkannten richtung, dass ihr Kampf nur dann von Erfolg sein kann, wenn sie auch die Druckervereinigungen vom Lande an ihrer Seite wissen. Daher waren sie vom ersten Moment an darauf bedacht, diese in den grossen Landstädten zu organisieren und bauten auch in Debrecen eine starke Basis auf. Hier beschlossen sie auf einer Zusammenkunft vor dem Erscheinen der ersten Nummer von „Nyomdászok Közlönye", dass sie dies in Kürze erscheinende ungarischsprachige Blatt bis zum äussersten unterstützen werden, und dass die Vereinigung der Debrecenéi- Buchdrucker und Schriftgiesser das neue Blatt abonnieren wird. Ihre Entschlossenheit wurde jedoch durch die Tatsache, dass sie nicht alle dieser Vereinigung angehörten, geschwächt. Ja, es darf ganz allgemein festgestellt werden, dass die Organisiertheit der Drucker auf dem Lande recht viel zu wünschen übrig liess. Über das Blatt „Nyomdászok Közlönye" wurden grosse Anstrengungen unternommen, den Wortschatz im Druckergewerbe zu ungarisieren und die ungarischsprachigen Druckereiarbeiter fachlich zu fördern. Der Bruch innerhalb des ungarischen Druckervereins war aber nicht endgültig. Die Mitglieder der „Nationalen Partei" erkannten wohl, dass die Zeit für sie arbeitet; und aus eben diesem Grunde unterhielten sie weiterhin Verhandlungen mit der Gegenseite, worin sie von ihren Fachkollegen vom Lande, so auch von den Debrecenem, unterstützt wurden. Die Reihen der „Unabhängigen" lösten sich bald, was den Sieg der Nationalen zum Ergebnis hatte. Im Jahre 1885 siegte der Gedanke der Verungarisierung der „Typographia". Dies alles bedeutete aber nicht, dass die deutschstämmigen Arbeiter von nun an unbilligerweise in den Hintergrund gedrängt wurden. „Typographia" erschien nämlich nun mit einer deutschsprachigen Beilage unter dem Titel „Gutenberg". 439