A Debreceni Déri Múzeum Évkönyve 1980 (Debrecen, 1982)

Irodalomtörténet, művelődéstörténet - Lenkey István: Studentzeitungen in Debrecen II.

István Lenkey SCHÜLERZEITUNGEN IN DEBRECEN IL Die Mitteilungen der theologischen Jugend des Reformierten Kollegiums zu Deb­recen erschienen zwischen 1871 und 1948. In der vorliegenden Studie wurden die Zeit­abschnitte zwischen 1918/19 und 1947/48 zum Gegenstand der Untersuchung gemacht. Entgegen aller Anstrengungen der Jugend hatte das Blatt in diesem Zeitabschnitt mit vielen Schwierigkeiten zu kämpfen, und insgesamt zwei Jahre lang musste es (in mehreren Abschnitten) auch eingestellt werden. Allein unter grossen Kraftanstren­gungen können seine Redakteure, die sich stets aus den Reihen der Jugend rekru­tierten, das Blatt am Leben erhalten, denn in Ermangelung an Finanzen war sein Erscheinen oft in Frage gestellt. Doch die oft übermächtige Opferbereitschalt der Ju­gend sicherte dem Blatt — unseres Wissens nach als dem einzigen im Lande — ein 75-jähriges Leben. In dem hier untersuchten Zeitabschnitt erschienen jährlich 8 bis 12 Nummern in einer Auflage von 300 bis 350 Stück. Die Zeitung umfasste pro Exemplar an die acht bis 12 Seiten, sie wurde in der Städtischen Druckerei im Zwei­spalten satz im Format A/4 gedruckt. Die Mitteilungen der Selbstbildenden Gemeinschaft zur Glaubenslehre begannen in jeder Nummer mit einem Leitartikel. In diesen Schriften werden die Fragen und Probleme (theologischer Gemeingeist, Seelsorgerausbildung, Stellungssuche usw.) der Jugend gemeinsam mit den auf eine Lösung wartenden Fragen der Gesellschaft mu­tig zur Sprache gebracht. Einen bedeutenden Teil des Blattes nehmen die Studien ein: Es sind dies die schriftlichen Dokumente des Selbstbildungskreises und seiner Seminararbeit. Neben den Schriften aus allen Zweigen der theologischen Wissenschaf­ten ist hier eine ganze Reihe historischer und literaturhistorischer Studien zu lesen. Diese Studien wurden von den Studenten der philosophischen, der juristischen und der theologischen Fakultät bestritten. Als Fortsetzung der Traditionen der Arbeit in Unterricht und Erziehung am Kollegium gibt es auch Gedichte und Erzählungen in diesem Blatt. Die meisten von ihnen wurden anlässlich einer Feierlichkeit oder zu anderen besonderen Gelegenheiten verfasst. In den Rezensensionen kann man neben den in-und ausländischen theologischen Fachbüchern auch über Gebiete der Bellet­ristik (Ady, Móricz, Gyula Illyés, Pál Szabó, Áron Tamási usw.) und der Soziologie (Géza Kiss: Ormányság: Ferenc Erdei: Die ungarische Stadt usw.) lesen. Was die Schulgeschichte und die Geschichte der Unterrichts- und Erziehungsarbeit anbelangt, so sind die Nachrichten von Bedeutung, welche über die Verbindungen des Kolle­giums, der Universität und den anderen Hochschulen (hauptsächlich den protestanti­schen) des Landes sowie über deren Wirken ein umfassendes Bild geben. Über die in­und ausländischen Jugendkonferenzen sowie über die Studienarbeit der Stipendiaten und über ihre Erfahrungen kann sich der Leser anhand von Briefen und Tagebuch­ausschnitten informieren. Durch Redaktionsmitteilungen, Nekrologe, Schülerhumor und Presseschauen wurde der Ausblick des Mitteilungen auf die Welt vervollkomm­net. Über 75 Jahre hinweg standen die Mitteilungen auci im Dienste der Jugend des Kollegiums zu Debrecen und der Jugend aller protestantischen Hochschulen des Lan­des. Dieser Dienst prägte das Antlitz des ungarischen Protestantismus, indem er die Bemühungen, den Fleiss und die Anstrengungen sowie das Verantwortungsgefühl für den Menschen in allen menschlichen Hütern der reformierten Kirche Ungarns ver­ewigte. Zeit seines Bestehens verfolgte das Blatt zwei Ziele und Hess diese auch nie aus dem Auge: einerseits wollte es ein treues Bild von geistigen Leben der theolo­gischen Jugend liefern und andererseits die Mitglieder der Selbstbildenden Gemein­517

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