A Debreceni Déri Múzeum Évkönyve 1980 (Debrecen, 1982)

Irodalomtörténet, művelődéstörténet - Tóth Béla: Die Geschichtslehre und die Archäelogievorlesungen von György Maróthi

einheitlichen, klar übersichtlichen System verschmelzen. Was heute in seiner Arbeit als etwas belastend und überholt angesehen wird, das ist die in ihrem Umfang ge­waltige, oft seitenlange Aufzählung von Quellen. Natürlich folgte er hier auch seinen Vorbildern, den Philologen seiner Zeit, die auf gleiche Weise vorgingen. Teil an dieser so umfangreichen Zitierung von Quellen hatten wahrscheinlich — natürlich nicht nur bei Maróthi — auch die allgemeine Ansehen-Verehrung jener Zeit, die mittelalter­lichen, aristotelischenTraditionen sowie auch die Tatsache, dass diese Zeit als Erbfol­ger der Renaissance noch geradezu schwelgte in der Entdeckung und in der Auf­deckung des Antikvarischen. Bei Maróthi mag ausserdem aber auch noch eine Rolle gespielt haben, dass er auf diese Weise vor seinen Schülern die reiche Welt der Antike auftun wollte und gleichzeitig auch eine zeitgemässe Methode des Philologierens be­kanntmachen wollte, denn auch dies war bis dahin in Debrecen noch ohne Beispiel. Schon durch diese seine ersten Schritte erhob Maróthi die klassische Philologie in Debrecen auf die Stufe des im edelsten Sinne genommmenen Europäertums, indem er vermittelte und die besten zeitgenössischen und älteren Vertreter dieser Wissen­schaft, ihre Lehren und ihre Methode vorstellte und neben dem reichaltigen Geb­rauch dieser Quellen auch ein Beispiel für deren selbständige und kritische Bearbei­tung gab. Doch selbst hier hielt der unermüdliche Wissenschaftler nicht inne: neben der altertumswissenschaftlichen Vorlesungen, das heisst als deren Fortführung, tat er weitere Schritte zur Entwicklung der klassischen Bildung. Er gab lateinische Autoren heraus und führte sowohl in der unteren als auch in der oberen Stufe des Kollegiums neue Lehrbücher ein. 466

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