A Debreceni Déri Múzeum Évkönyve 1977 (Debrecen, 1978)

Néprajz - Takács Béla: Die Andenken der Volkskeramik in den reformierten Kirchenn jenseits der Theiss

Béla Takács DIE ANDENKEN DER VOLKSKERAMIK IN DEN REFORMIERTEN KIRCHEN JENSEITS DER THEIß Im Laufe der geschichtsartigen Bearbeitung der ungarischen Volkskeramie, der Sammlung der Andenken verwendeten unsere Fachleute keine große Sorgfalt auf die Abendmahlstischgeräte, die in den dörflichen, reformierten Kirchen von der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts an schon in Gebrauch waren. Die Reste dieses alten Andenkenmaterials befinden sich heute nur in den Inventarien der Kirchengemeinden, doch können diese Inventarien den, mit der Keramik sich beschäftigenden Forschern sehr wertvolle Angaben bieten. Noch interessanter sind die heute schon nicht mehr gebrauchten, aber auch heutzutage vor­handenen Krüge und Amphoren, Schüssel und Teller des Abendmahlstisches, die — wie es schon erwähnt wurde — bisher von den Fachleuten außer Betracht gelassen wurden. Den Wert dieser Gegenstände erhöht die Tatsache, daß die Krüge und Amphoren in vielen Fällen mit Jahreszahlen und Inschriften versehen sind, sogar es wird in einingen Fällen darauf angedeutet, wo und von wem das Gefäß verfertigt wurde. Auf den Irdengeschirren tauchen vor den Forschern die Namen von unbekannter Werkstätten und Meister auf. Die nicht zu unterschätzende Tatsache muß zu dem vorig gesagten hinzugefügt werden, daß die Krüge und Ängster als Meisterwerke gelten, ihre Mehrheit wurde auf Bestellung gemacht, demzufolge versuchte der Meister auf den, für die Kirche gemachten Gefäßen das Beste seiner künstlerischen Tätigkeit zu tun. In der Abhandlung werden in erster Linie die Irdengeschirre dargelegt, die in den Inventarien der Kirchengemeinden aufgezeichnet wurden, beziehungsweise diejenige, die durch die Sammlungs­arbeit in das Museum des Kollegiums eingeliefert wurden. Aus den Archivaufzeichnungen geht es hervor, daß in den Jahren 1808—1809, sowie 1863 198 Stück verschiedene Irdengeschirre in 125 reformierten Kirchen jenseits der Theiß in Gebrauch waren. Diese Inventarensätze werden in der Abhandlung wortwörtlich mitgeteilt. Laut der Angaben befanden sich am Anfang des 19. Jahrhun­derts zwischen den kirchlichen Geschirren Krüge, Amphoren, Kannen, Teller, Schüssel, Kelche, Gläser und Töpfchen. Alle dienten zu verschiedenen Zwecken. Über das Material der Geschirren ist es laut der Inventarien eindeutig feststellbar, daß sie aus Ziegel und Lehm gemacht wurden. Eine Ausnahme bildet die Bezeichnung „kő korsó" (Stein­krug) und die als Porzellan genannten zahlreichen, gefäßartigen Gegenstände. Der Steinkrug wäre ein Erzeugnis aus Deutschland gewesen. Die unter dem Namen Porzellan erwähnten Gottestisch­geräte hätten unserer Meinung nach kein Porzellangefäße in den heutigen Sinn sein können. Das Porzellan war in dem 18. Jahrhundert noch so teuer und rar, daß auch der freigiebigste Donator leichter eine Goldschniedearbeit, als ein Porzellangeschirr der unter seinem Schutz stehenden Kir­chengemeinde hätte geben können. Es kann beinahe für bestimmt angenommen werden, daß diese Geschirre Haban- oder Späthabanprodukte waren, das beweist auch das Zinndeckel und die Zinn­unterlage. Über die Farbe Zierat der Irdengeschirre sprechen die Inventarien sehr wenig. Dominierend war das Grün, sie wurden aber in fast allen Farben (schwarz, rot, gelb, oil, weiß, bunt usw.) verfertigt. Über die Zierat finden wir folgende Aufzeichnungen: „cirádákkal ékeskedő" (mit Verzierungen geschmückt), „bogláros" (mit Spangen), „cifra" (geziert), „csinos" (hübsch). Das Museum des Debrecener reformierten Kollegiums hat es sich zum Ziele gesetzt, die noch vorhandenen, sich außer Gebrauch befindlichen alten Irdengeschirre aus den Kirchen zusammen­zusammeln. In dem weiteren Abschnitt der Abhandlung werden die, in das Museum eingelieferten Gegenstände dargelegt, beziehungweise, auf 18 Bildern vorgelegt. Die wertvollsten Stücke der Samm­lung des Museums sind die großförmige Irdenkrüge und Amphoren, die in dem 19. Jahrhundert von den Debrecener Töpfermeistern gemacht wurden, aus denen sich in dem Museum 8 Stücke befinden. Ihrer Debrecener Herkunft ist ohne Zweifel, denn die überwiegende Mehrheit wurde mit Meister­zeichnen, mit der Namenangabe des Meisters verfertigt. Mehrere unserer Irdengeschirre stammen aus dem 18. Jahrhundert und gehören in die Gruppe der Habankeramik. Unter den Geschirren sind die Produkten der Keramiazentren von Győr, Mező­túr, Vámfalu auch zu finden. Das Museums des Kollegiums betrachtet die weitere Sammlung und die Aufbewahrung der, unter den schönsten Stücken der ungarischen Volkskeramie erwähnten Abendmahlstischgeräte als seine Pflicht.

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