A Debreceni Déri Múzeum Évkönyve 1971 (Debrecen, 1972)
Irodalomtörténet - Szíj Rezső: Der Briefwechsel zwischen Imre Kner und János Mata
Rezső Szíj DER BRIEFWECHSEL ZWISCHEN IMRE KNER UND JÁNOS МАТА Imre Kner ist eine harvorragenden Persönlichkeit der ungarischen Typograpihe zwischen den zwei Weltkriegen. Er wurde zu den besten 20-25 Typographen jener Zeit von Japan bis England und die USA, von Stockholm bis Leipzig und Wien gerechnet. Er hat auf den Buchverlag ab Mitte der 1920er Jahre langsem verzichtet, weil er die Verbreitung von seinem Wohnsitz auf dem Lande, von Gyoma aus nicht machen konnte. Auch die später so berühmte Druckerei arbeitete in Gyoma. Seine Ausgaben waren wegen ihres kleineren, heftenartigen Umfangs nicht geeignet, das Publikum auf dem Markt für sich zu gewinnen. Um solche Sorgen handelt es sich auch in der Briefen, die er an den Debrecener Holzschneider János Mata geschrieben hat. Neben den oben genannten Problemen kann man im Briefwechsel viel auch über Fragen der Buchkunst lesen. Es wird klar, dass Imre Kner ein wenig steif der Sezession gegenüberstand, deren Renaissance in unseren Jahren er schon nicht erlebt hat, da er 1944 abtransportiert wurde und aus der Deportation nie zurückgekehrt ist. In der Beurteilung der Ornamentik äussert sich in den Briefen ebenso eine einseitige Betrachtung. Auch die Buchornamentik ist in der ganzen Welt am Auferstehen. Das alles benimmt aber dem Wert der Knerschen Briefe an János Mata nichts, weil es in ihnen in allen anderen Hinsichten eine moderne Buchkunstsbetrachtung äussert. Imre Kner betont die in den ersten Jahrzehnten und in allen grossen Epochen der Typographie geltenden Grundprinzipe, vor allem die Stofflichkeit, die Harmonie der Stilelemente, dessen klassische Reinheit, die Verbannung aller dem Buch fremden Elemente. Er gibt dem Holzschneider János Mata nützliche Ratschäge über die Funktion der Illustrationen in der Buchkunst. In der Zeit dieser Briefe illustrierte János Mata die „Krónika" von István Nagykállói Fényes über eine tragische Episode der Geschichte von Debrecen in der Türkenherrschaft. Sie wurde in Kners Druckerei angefertigt und beim Verlag Exodus herausgegeben. Die Lehren von Imre Kner über die Rolle des Holzschnittes im Buch leisteten Mata eine grosse Hilfe, er hat davon viel realisiert. In den Briefen wird auch der Patriotismus von Kner sichtbar, seine Anhänglichkeit dem ungarischen Boden, der ungarischen Heimat, er nimmt das Schicksal auf sich, was es auch mitbringt ihm, mit dem ganzen Sinn seines Lebens ist er hierher verpflichtet, da er unfähig ist, zu entfliehen. Diese Briefe gehören zu den wertvollsten Sammlungen über die Geschichte der ungarischen Typographie und Buchkunst. 541