A Debreceni Déri Múzeum Évkönyve 1968 (Debrecen, 1970)
Sz. Szabó László: Beiträge zur Tätigkeit der im Städtlichen Museum untergebrachten Öffentlichen Bibliothek (1928–1944)
László Sz. Szabó Beiträge zur Tätigkeit der im Städtischen Museum untergebrachten Öffentlichen Bibliothek (1928-1944) Der Verfasser teilt bemerkenswerte Angaben über 17 Jahre der sich im Museum Déri befindlichen Bibliothek anlässlich der 40. Jahreswende der Übersiedlung der Bibliothek in das Gebäude des Museums mit. (1928—1944). Die oft verwobenen Fäden der Geschichte der Bibliothek und des Museums werden von den ersten Jahren des 20. Jahrhunderts, vom ersten Erscheinen des Anspruchs einer Bibliothek, von 1903 an bis zum Jahre 1944 analysiert. Die Idee der Aufstellung einer öffentlichen Bibliothek entstand parallel mit der Gründung eines Museums. Lajos Zoltai, der später ein Beamter und Direktor des Museums wurde, war besonders daran, beide dieser kulturellen Institutionen zustande zu bringen. Er dachte daran, dass ein Kulturhaus von der Stadt gebaut werden soll, in dem sowohl die Bibliothek, wie auch das Museum untergebracht werden. Die Ausführung dieser Idee erfolgte aber nicht. Das städtische Museum wurde 1905 eröffnet, der Bau des Kulturhauses wurde aber nicht verwirklicht, auch die Eröffnung der Bibliothek Hess wegen des Weltkrieges bis zum Jahre 1917 auf sich warten. Da wurden die Kosten der Errichtung einer öffentlichen Bibliothek mit Hilfe und Beratung des Popularisators des Marxismus in Ungarn des ungarischen Bahnbrechers der öffentlichen Büchereien und des Direktors der öffentlichen Bücherei in der Hauptstadt Ervin Szabó und auf den Anlass des des Stadtschulrates Ferenc Csűrös vom Stadtrat bewilligt. Bis die Bibliothek für Benützung durch das Publikum geeignet wurde, fanden die Ereignisse der Revolution, der Bildung der Räterepublik statt, wozu noch die rumänische Besetzung kam, die alle die Eröffnung und den systematischen Gebrauch der Bibliothek verzögerten so dass es erst am 1. August 1919 möglich wurde, die öffentliche Bibliothek zu eröffnen und dem Publikum zur Verfügung zu stellen Die Bibliothek unterstand vom Anfang an dem Museumsauschuss und der Leiter der Bücherei war der Direktor des Museums (István Ecsedi bis zum Jahre 1936 und János Sőregi bis 1944). Der zweite Abschnitt der Geschichte der Debrecener öffentlichen Bibliothek beginnt, als sie in das neue Gebäude des Museums übersiedelte (in der Zeit zwischen 11. und 13. April 1928). Das gemeinsame Gebäude fügt die beiden Institutionen neben der gemeinsamen Direktion noch näher zusammen, die in den 30-er Jahren den bedeutendsten kulturellen Faktor der Stadt Debrecen neben dem Theater Csokonai bildeten. Die Zahl der Bücher der Bibliothek betrug annähernd 30 000 Bände und fasste einen dem Geschmack der Zeit entsprechenden, gleichmässigen, gut ausgewählten Bücherbestand. In der Bibliothek waren die Bücher fortschrittlicher Verfasser, wie Darwin, Bebel, Ervin Szabó, György Lukács, Andor Gelléri, Lajos Kassák, Pál Szabó usw., vorhanden. Der Bücherbestand bildet trotzdem einen organischen Teil des bürgelichen Überbaus, und die Anschaffungspolitik spiegelt gut den Geschmack der Zeit und die Ansprüche der Leser, indem sie vor alle m die Bedürfnisse der kleinbürgelichen Schichten berücksichtigte. Die öfters herausgegebenen Kataloge enthalten die Titel der Werke von Cronin, Margaret Mitchell, Pitigrilli, Ohnet, Ferenc Herczeg, Zsolt Harsányi. Die Zahl der Kinder- und Jugendbücher ist gering und umsonst erreichte die Zahl der populärwissenschaftlichen Werke das 18—20% des Gesamtbestandes, bestand die Mehrheit derselben aus pseudowissenschaftlichen gesellschaftlichen, theologischen und rechtswissenschaftlichen Büchern. Die Bibliothek hatte jährlich etwa 2500 Leser, und der Personenverkehr macht 80—110 000 un einem Jahr aus. Die Mehrheit der Leser bestand aus Schülern (34,06%), Hausfrauen (14,46%) und Schichten der Intelligenz (11,78%). Obwohl die Arbeiter 6—7% der Bevölkerung der Stadt ausmachten, überging ihr Anteil kaum das 3%, von den Bauern, deren Zahl 13—15% der gesamten Einwohner betrug, — Debrecen war ja eine Agrarstaat, — gehörte nur 1,94% zu den Lesern. Das zeigt, wie weit die unterdruckten Klassen von der Kultur ausgeschlossen waren. Die Sorge um das alltägliche Brot machte die Bildung nicht möglich. Wo man alle Zeit auf das nackte Auskommen anwenden musste, 632