A Debreceni Déri Múzeum Évkönyve 1962-1964 (Debrecen, 1965)

Adatközlések - Ujváry Zoltán: Die Parallelen der Himmelsbriefe beim Volke

Zoltán Ujváry Die Parallelen der Himmebbriefe beim Volke Der Verfasser teilt eine Himmelsbriefvariante aus der handschriftlichen Sammlung eines Bauern mit. Die Himmelsbriefe wurden in der ungarischen ethnographischen Literatur bisher noch nicht behandelt. Der kurze Inhalt des hier mitgeteilten Himmelsbriefes autet : ein Mann verspricht seinem Freund, nach dem Tode einen Brief an seinen Freund zu schicken. Er teilt wirklich mit, auf welche Weise ein liederliches Frauenzimmer, das sie beide gekannt und geliebt haben, in den Himmel gekommen sei. Vor dem Tore des Himmels protestierten alle Heiligen dagegen, dass die Frau in dem Himmel Platz bekomme. Aber die Frau ist kühn genug, allen Heiligen ins Gesicht zu sagen, dass auch sie nicht anders gehandelt, hätten und doch ins Himmel­reich gekommen seien. Der eine tötete den Bruder, erblindete den Vater, der andere trieb Unzucht, der dritte ermordete viele Menschen, bis er Apostel wurde usw. Die Heiligen ziehen sich beschämt vom Tore zurück und die Frau betritt das Himmelreich, wo Jesus ihr verzeiht und sie im Him­mel bleiben kann. Dieser Typ der Himmelsbriefe wurde aller Wahrscheinlichkeit nach im XVII — XIX. Jahrhundert unter dem ungarischen Volke verbreitet. Hinsichtlich ihres Inhalts und ihrer Ten­denz tragen die ungarischen Himmelsbriefe einen ganz anderen Charakter wie die Himmelsbriefe der europäischen Literatur, die einen sehr starken religiösen Inhalt haben, und die von Gott oder Jesu hergeleitet werden. 395

Next

/
Thumbnails
Contents