A Debreceni Déri Múzeum Évkönyve 1948-1956 (Debrecen, 1957)
Sápi Lajos: A városrendezés kezdetei Debrecenben a XIX. század elején
Beginn der Stadtregelung in Debrecen am Anfang des XIX. Jahrhunderts von Ludwig Sápi Die Stadt Debrecen war am Ende des XVIII. Jahrhunderts nach der Zahl ihrer Einwohner die grösste Stadt Ungarns, ihr äusseres Bild trug jedoch laut Zeugnissen von Zeitgenossen, einstigen Reisenden und anderer Daten überhaupt keinen städtischen Charakter. Die Mehrzahl der* Häuser war ebenerdig, als Baumaterial diente Kot, Lehmziegel oder Holz, von festem Baumaterial (Ziegel oder Stein) waren sehr wenige Häuser gebaut. Die Häuser waren mit Schilf oder Stroh gedeckt. Pflasterung und Kanalisierung fehlte in den Strassen. Im Jahre 1770 standen in der Stadt 2775 Wohnhäuser, die Zahl der Hausbesitzer war 2748, aber in Mietwohnungen lebten auch noch 2002 Familien. Die Zahl der öffentlichen Gebäuden betrug 33. Die Häuser standen dicht beieinander in den alten unregulierten Teilen der Stadt, die seit dem Mittelalter besiedelt sind. Diese Siedlungsart, sowie das feuergefährliche Deckmaterial der Häuser, der Mangel an Wasser und Feuerlöschgeräten haben zu der verwüstenden Wirkung der mächtigen Feuerbrünste viel beigetragen. Der Stadtvorstand hat im letzten Drittel des XVIII. Jahrhunderts auf Befehl höherer Staatsbehörden zur Verhinderung der Feuergefahr mehrere Verordnungen erlassen, welche jedoch nicht durchgeführt werden konnten. Im Jahre 1797 wurden infolge einer grossen Feuerbrunst cca. 200 Häuser in Schutt und Asche gelegt. Nach diesem Feuersschaden liess die Stadtbehörde im Jahre 1709 die erste Bauordnung erscheinen, welche in erster Linie Vorschriften zur Vorbei] gung der Feuergefahr enthielt. Die Wirkung dieser Bauordnung konnte sich jedoch kaum durchsetzen, als die im Jahre 1802 ausgebrochene grosse Feuerbrunst 1500 Häuser, unter ihnen auch das reformierte Kollegium und die mittelalterliche St. Andreas-Kirche eingeäschert hat. Von ständiger Gefahr gezwungen wurde noch in demselben Jahre eine ausführliche Feuerschutz- und Bauordnung ausgeabeitet, welche den Bau aus festem und feuersicherem Material verbindlich vorschrieb und auch einige Vorschriften zur Gassenregelung enthielt. Nach.diesem erfolgte in den öffentlichen Bauarbeiten ein kräftiger Aufschwung, jedoch der Bau von Bürgerhäusern ging nur zögernd vonstatten und dabei wurde die vorgeschriebene Bauordnung gar nicht eingehalten. Bis 1804 wurden nur 62 Wohnhäuser erbaut, die zum 4/5 Teil immer noch aus Lehmziegeln oder mit Lehm verschmierter Flechtwand bestanden. Die in den darauf folgenden Jahren erlassenen Bauordnungen hatten auch keine Wirkung. In 1811 brach wieder ein grosser Feuerbrand aus, welcher den vor 9 Jahren abgebrannten Stadtteil zum Teil wieder verwüstete. In dem durch Feuer vernichteten Stadtteil gelang es nun mehr die Strassenregelung durchzuführen. In den folgenden Jahrzehnten gelang es langsam den Verordnungen der Stadtverwaltung und der Feuerwehr geltung zu verschaffen und somit hat sich das heutige Antlitzt der Stadt ausgebildet. 132