Héthy Zoltán szerk.: Bihari Múzeum Évkönyve 2. (Berettyóújfalu, 1978)
IRODALOMTÖRTÉNET — LITERATURGESCHICHTE - Dénes Barsis Brief für István Sinka
Sándor Nagy DÉNES BARSIS BRIEF FÜR ISTVÁN SINKA In den 30er Jahren unseres Jahrhunderts lebten in Ungarn die Schriftsteller, Dichter und Künstler in grosser Not, die mit ihrer Tätigkeit dem gesellschaftlichen Fortschritt dienten. Besonders schwer war das Schicksal der Schriftsteller, die auch selbst ganz unten in der Gesellschaft, in der Welt der armen Bauern lebten, und von hier die beunruhigenden Nachrichten über Not, Leiden, Erniedrigung gesandt haben. Zu ihnen gehörte der Dichter István Sinka (1897—1969), der beglaubigt die Schutzlosigkeit der unterdrückten armen Bauern, ihre trotzige Empörung gegen die Ordnung, in der sie lebten mussten, in Verse gefasst hat. Die Dichter, so auch István Sinka, haben um ihre in verschiedenen Zeitungen und Zeitschriften publizierten Gedichte höchstens ein paar Pengő Honorar erhalten, was ihre materielle Lage nicht verändert hat. Der erste Gedichtband von István Sinka „Hymnen im Tor des Osten" erschien in 1934. Dies hat sein Freund, der im Dorf Kornádi lebende Lehrer und Schriftsteller Dénes Barsi (1905—1968) genutzt, für Sinka materielle Unterstützung zu gewinnen. Er wusste, dass er sich umsonst an die Leute der weltlichen Macht gewandt hätte, darum hat er den damaligen Bischof des kalvinistischen Kirchendistrikts Dezső Baltazár (1871—1936) um Hilfe gebeten. Im Brief vom 12. Oktober 1934 hat er ausführlich dem Bischof die kümmerliche Lage des Dichters vorgestellt. Er hat geschrieben, dass István Sinka von der Geburt an in unmenschlichen Umständen lebte, imfolge dessen beschädigt wäre, seine herzkranke Frau dem Tod nahe stünde und seine drei hungrigen Kinder nicht um das tägliche, sondern mindestens um das zweitägliche Brot beteten. In solcher Lage schriebe der Dichter bitter und hoffnungslos seine wunderschönen Gedichte. Barsi hat den Bischof gebeten, den Dichter zu einer bescheidenen, aber sicheren Lebensmöglichkeit zu verhelfen, und seinen ältesten Sohn in einer kalvinistischen Schule kostenfrei zu unterbringen. Der Brief schildert treu das schwere Leben von István Sinka und die zeitgenössische Lage. Die Antwort des Bischofs ist unbekannt, sicher ist aber, dass er Sinka keine Stelle gegeben hat, der älteste Sohn dagegen irgendwie doch im Gymnasium von Szeghalom lernen konnte und später an der Budapester Technischen Universität Bauingenieurdiplom erworben hat. :296