Héthy Zoltán szerk.: Bihari Múzeum Évkönyve 2. (Berettyóújfalu, 1978)

MŰVÉSZETTÖRTÉNET — KUNSTGESCHICHTE - Masits László: Lyka Károly, Móricz Zsigmond és Veres Péter ismeretlen levelei Gáborjáni Szabó Kálmánhoz

László Masits UNBEKANNTE BRIEFE VON KÁROLY LYKA, ZSIGMOND MÓRICZ UND PÉTER VERES AN KÁLMÁN GÁBORJÁNI SZABÓ In den Jahrzehnten nach dem Ersten Weltkrieg vermisste man auch in Debrecen die spendenfreudigen Gönner der Künste. In dieser Stadt wurde auch der Maler Kál­mán Gáborjáni Szabó (1897—1955) geboren. Nach seinen Studien, die er in Budapest und in Rom (Ungarisches Institut) absolvierte, lebte und schuf er jahrzehntelang in Debrecen. Durch seine bahnbrechende Tätigkeit wurde er zu einem der grössten un­garischen Grafiker in der ersten Hälfte des Jahrhunderts. Mit seine Ausstellungen, die auf zwei Kontinenten, in 12 verschiedenen Ländern und 24 verschiedenen Städten ve­ranstaltet wurden, kündete er von seiner künstlerischen Fähigkeit und auch von un­serer Heimat, und dies gerade in den Jahrzehnten, als Ungarn sowohl auf politischem als auch auf geistigen Gebiet gleichsam isoliert dastand. Von dem Erfolg Gáborjáni Szabós zeugen die heimischen, österreichischen (1928), deutschen (1930), holländischen, norwegischen (1935), französischen, italienischen (1953) Bücher, Zeitschriften und Tagesblätter, in denen seine kraftvollen Grafiken ver­öffentlicht wurden. Im Alter von kaum 30 Jahren gründete der Künstler im Jahre 1927 gemeinsam mit anderen fortschrittlich gesinnten Schriftstellern und Vertretern der bildenden Kunst die Ady-Gesellschaft. Er gehörte auch zu den führenden Persönlichkeiten in der 1935 gegründeten Ajtósi-Dürer-Zunft, einem Kreis von Grafikern und Grafiksammlern. In diesem Kreis war auch der Universitätsprofessor dr. Rezső Berei Soó, ein über die Landesgrenzen hinaus bekannter Wissenschaftler auf dem Gebiet der Botanik, tätig. Durch eine Stiftung machte dieser bekannte Botaniker nach vier Jahrzenhten das Kuntsgewerbemuseum zu Budapest zum Besitzer einer der reichsten Ex-libris-Samm­lungen in ganz Europa. Seine Zielsetzungen wurden von dem Kunsthistoriker Károly Lyka tatkräftig unterstützt, der ein aufrichtiger Bewunderer des Lebenswerkes des Künstlers war. Gemeinsam gründeten sie auch eine niveauvolle Kunstzeitschrift. Unverbürchliche Bande knüpften Kálmán Gáborjáni Szabó an die Schriftsteller seiner Zeit, wie z. B. an Zsigmond Móricz, László Németh, Lőrincz Szabó und Péter Veres. Aus den vorliegenden Briefen, wohl aber noch stärker aus dem Grafiken, wird die fruchtbringende, schöpferische Verbindung zwischen dem Künstler und den Schriftstellern deutlich. Gáborjáni Szabó illustrierte die Werke dieser Schriftsteller. An dieser Stelle sollen unter seinen Holzschnitten besonders die hervorgehoben­werden, mit dener er Zsigmond Móricz (1879—1942) allegorische Novelle „Frühling­sodem der Hortobágy" illustrierte. Seine Holzstiche sind Verdichtungen der energisch­klaren Linien der Hortobágyer Landschaft. Durch seine originelle, kraftvolle künstle­rische Ausdrucksweise leistete der diesem grossen ungarischen Schriftsteller Unters­tützung in dessen tollkühnen politischen Programm auch auf ästhetischer Ebene. All das, was Zsigmond Móricz in gebührendem Masse an „ ... Volksliebe, Wirklichkeits­kenntnis, Wahrheitsliebe .. ." zugesprochen wird, das ist auch für seinen Kampfgenos­sen Kálmán Gáborjáni Szabó charakteristisch. Auf seine Studienreise nach Italien konnte Gáborjáni Szabó auch nur durch die Dante'sche Hölle der italienischen Kampfplätze im Ersten Weltkrieg gelangen. So nimmt es nicht Wunder, dass er auch zum Kampfgenossen des von grossen Ideen im Kampf für die Erneuerung der Gesellschaft beseelten Schriftstellers Péter Veres (1897—1970) wurde. Mit einer für sie charakteristischen Treue knüpften die beiden eine Freundschaft fürs Leben. Der Künstler stellt sich in einer weltanschaulichen und künstlerischen Verbunden­heit zu den ungarischen Schriftstellern als wirklichkeitstreuer, künstlerischer Ver­:290

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