Szende Katalin – Kücsán József szerk.: Isten áldja a tisztes ipart - Tanulmányok Domonkos Ottó tiszteletére. A Soproni Múzeum kiadványai 3. (Sopron, 1998)

Tomisa Ilona: A képírómestertől az olajnyomatig. Adalékok a templomi zászlókészítés történetéhez

Ilona Tomisa Von der Bildnismalerei zum Ölfarbdruck. Angaben zur Geschichte der Herstellung von Kirchenfahnen. Über die Anfertigung von Fahnen wissen wir - aufgrund spärlicher Forschungen ­wenig. Diese Studie will mit Hilfe von Archivforschungen und Fachliteratur die Aufmerksamkeit auf dieses kaum erforschte Thema richten. In Europa geht der Gebrauch von Fahnen bis in die Römerzeit zurück. Das älteste erhaltene Originaldokument kennen wir aus der Paramentensammlung des Halberstädter Domes. Es ist dies ein bestickter Seidenstoff aus der Zeit der Spätgotik. Das Fahnentuch diente lange Zeit nur als Schmuck. Ab dem 16. Jahrhundert verbreitete sich bei Kirchenfahnen allgemein der kreuzförmige Typus mit Querstange und einem nach unten in drei oder vier Spitzen auslaufenden, reichlich bestickten Fahnenblatt. Ein solches klassisches Beispiel finden wir im illustrierten Inventar des Mainzer Domes. Durch die Entwicklung und Verbreitung der Bildstickerei wurden die Fahnen mit reichen figuralen Darstellungen geschmückt. Die Anfertigung von Fahnen folgte in Ungarn der allgemeinen europäischen Pra­xis. Maler, die sich der Fahnenmalerei widmeten, wurden an den Höfen des Hochadels sehr geschätzt. So beauftragte z.B. Adam Batthyány in den 1650er Jahren den Wiener Hofmaler Gaspar Deila für ihn Fahnen herzustellen. Auch die Zünfte und Bruderschaften wandten viel Geld auf, um sich Fahnen anfertigen zu lassen, wie es oft vorgeschrieben war. Meist ließen sie auf ihre Fahnen das Bild ihres Schutzpatrons malen oder sticken und marschierten unter diesen bei feierlichen Pozessionen oder Umzügen mit. Aus kirchlichen Quellen des 18. Jahrhunderts wissen wir, das auch ländliche Pfarrgemeinden Fahnen aus Seidenstoff oder Damast, meist mit rotem, grünem oder blauem Fahnenblatt und mit dem Bild des Schutzheiligen der Kirche bestückt, anfertigen ließen. Weitere Forschungen wären notwendig, um die kleineren, örtlichen und regionalen Werkstätten der Fahnenherstellung zu erkunden. 265

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