Szende Katalin – Kücsán József szerk.: Isten áldja a tisztes ipart - Tanulmányok Domonkos Ottó tiszteletére. A Soproni Múzeum kiadványai 3. (Sopron, 1998)

Ifj. Kodolányi János: A kékfestés a zürjéneknél

Irodalom Belicer, V. N. 1958: Ocserki po etnografii narodov komi XIX - nacsalo XX. v. Moszk­va, 1985. Manninen, I. 1934: Tekniikka. In: Suomen suku, III. Szerk.: Kannisto, A. Setälä, E. N., Sirelius, U. T., Wichmann Ytjö. Helsinki, 1934. * * * János Ko do lányi Blaudruck bei den Zürjenen Über Blaudruck bzw. die Verwendung solcher Textilien haben wir in erster Linie in Mittel- und Westeuropa Kenntnisse. Es wäre vielleicht nicht uninteressant, wenn wir diesen europäischen Kreis in östlicher Richtung erweitern. Im Zuge seiner Forschungen kam Benedek Baráthosi Balogh im Jahre 1912 in die von Zürjénen (Komis) bewohnte Gebiete. Durch seine Sammeltätigkeit wurde das Nationalmuseum um einige authentische zürjenische Gegenstände reicher. Diese Sammlung enthält zwei Model (Druckstöcke), und durch Druck bzw Färben hergestellte Leinenmuster, die zweifellos beweisen, daß auch dieses Volk Blaudruck als Kleingewerbe betrieb und daß die hergestellten Leinenstoffe auch benutzt wurden. V.N. Belicer, ein ausgezeichneter Forscher des Gebietes, beschrieb in seinem 1958 veröffentlichten Buch auch die Blaufärberkunst der Zürjenen. Er richtete seine Aufmerksamkeit vor allem auf die Schmuckelemente, die er in mehrere Gruppen ordnet. Nachdem die traditionellen Textilfarbereien verschwanden, boten wandernde Textildrucker in den Dörfern sogar noch in den 1930-er Jahren gemusterte Tücher und Decken zum Kauf an. Die von Baráthosi Balogh gesammelten Model bestehen aus je 2 quadratförmigen Holzplatten. Auf der einen ist das Dekor geschnitzt, auf der anderen sind sie mit Nägeln und Metallplatten beschlagen. Die 103 Leinenmuster geben ein Beispiel für die Reichhaltigkeit der hergestellen Leinenstoffe. Durch die Sammlung von Baráthosi Balogh können wir die wahrscheinlich östlichste Verwendung des Blaudrucks und der blaugefarbten Textilien um die Jahrhundertwende kennenlernen. Die Kenntnisse des Blaudrucks stammen mit großer Sicherheit aus den westlicheren Gebieten Europas, wobei der Handel ein wichtiges Element war. Auch war die Rolle der in Zünften zusammengeschlossenen Kleingewerbetreibenden wichtig. Der Weg des Blaudrucks bis zu den Zürjenen ist bisher noch unerforscht. Wir müssen uns zur Zeit mit dem Wissen begnügen, daß Blaudruck im Baltikum bekannt war, bzw. daß die Russen als Vermittler desselben genannt werden können. Daß der Blaudruck bei den Zürjenen bekannt war und verwendet wurde, kann mit authentischen Gegenständen des Ungarischen Ethnographischen Museums bewiesen werden. 224

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