Környei Attila – G. Szende Katalin szerk.: Tanulmányok Csatkai Endre emlékére. A Soproni Múzeum kiadványai 2. (Sopron, 1996)
Winkler Gábor: A „forradalmi építészet" képviselői az Esterházy család szolgálatában
Gábor Winkler Architekten als Vertreter des „Revolutionsklassizismus" im Dienst der Familie Esterházy (Zusammenfassung) Endre Csatkai publizierte seine ersten Schriften über die Architektur der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts am Anfang der 40-er Jahre. Neben mehreren eigenen Studien half er auch bei der Arbeit der Kunsthistorikerin Anna Zádor. In einer Studie, die 1935 erschienen ist, bewies Anna Zádor als allererste, daß der „Revolutionsklassizismus" einen direkten Einfluß auf die Architektur Westungarns ausübte. Die Revolution der Architektur spielte sich in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts in Frankreich ab: von den führenden Persönlichkeiten der Bewegung standen Thomas de Thommon, später Charles von Moreau im Dienst der Familie Esterházy. Sie entwarfen mehrere Pläne für ihre fürstlichen Auftraggeber, von denen nur Moreaus Ideen verwirklicht wurden. Tatsache ist, daß bei der geplanten Erweiterung des Eisenstädter Schlosses nur ein kleiner Teil aufgebaut wurde. Soweit die Ortsgeschichtschreibung es weiß, war das letzte verwirklichte Werk von Moreau die nach dem zweiten Weltkrieg abgetragene Eisenstädter Synagoge in der Unterberggasse. Mit der gefälligen Hilfe des Direktors Gerald Schlag gelang es uns, im Burgenländischen Landesmuseum Photos des zerstörten Gebäudes zu finden. Auf Grund dieser Aufnahmen stellte sich heraus, daß der Aufbau des Gebäudes der geplanten Ausbildung der Nebentrakte bei der von Moreu geplanten Schloßerweiterung sehr ähnlich war. Die in Eisenstadt lebenden Architekten des Fürstes wurden oft im naheliegenden Sopron (Ödenburg) beschäftigt. Karl Ehmann, der Bauausführende von Moreaus Eisenstädter Plänen, hatte in den 30-er Jahren des 19. Jahrhunderts einen großen Einfluß auf die endgültige Ausstattung des Soproner Rathauses. Franz Stampf fertigte mehrere Pläne für den Bau des Soproner Theaters und des Rathauses, seine eigenwilligen Vorstellungen wurden aber nie verwirklicht. Seine Pläne deuten auf eine starke Wirkung der Revolutionsarchitekten an. Seine Baupläne zeigen eigenwillige innere Räume, bzw. Räumflüchten. Bei deren Bedeckung experimentierte er mit einen mit Tonnen kombinierten kugelförmigen Bedeckung. Die Kugelform wäre beim Stand der Bautechnik des Zeitalters nicht so leicht zu verwirklichen gewesen. Dieses charakteristische Motiv finden wir oft in seinen im 18. Jahrhundert angefertigten, nicht für den Bau gedachten Idealplänen: die französichen Revolutionsarchitekten und ihre Anhänger versuchten mit der Kugelform das Universum nachzuahmen. Die Baupläne von Stampf wurden anderthalb Jahrhunderte lang im Soproner Stadtarchiv aufbewahrt: in ihrem Zeitalter konnten sie keinen Einfluß auf die Architektur der Stadt ausüben. Wir haben jetzt die Vorstellungen des Architekten mit einem Computerprogramm simuliert. 242