Bíró Szilvia - Molnár Attila: Fogadó a határon. Római kori útállomás Gönyün - A Győr-Moson-Sopron Megyei Múzeumok Kiállításvezetője 4. (Győr, 2009)

Gyulai Ferenc: Növénymaradványok a gőnyűi feltárásból

Die Zahl der Unkräuter der im Frühling ausgesäten Getreidearten (Sommerfrucht) ist niedrig, demzufolge waren die Kulturpflanzen mit Frühjahrssaat viel weniger als die mit Herbstaussaat (Winterfrucht). Borstenhirse, Klettenhirse, Grobseide, Unechter Gänsefuß, Vogelmiere können die Unkräuter von Getreide-Sommerfrucht (Saat-Hafer, Hirse, Sommer­gerste) oder die der oben genannten Öl- und Faser­pflanzen gewesen sein. Die Unkräuter der Winterfrucht sind viermal so viele wie die der Sommerfrucht, deshalb hatten sie auch größere Bedeutung. Wir fanden unter ihnen verkohlte (Roggen-Trespe, Acker- oder Kletten-I .abkraut, Stein- oder Honigklee), die zusammen mit dem Getreide der Hitzeeinwirkung ausgesetzt waren, oder sie sind deren beim Feuern zurückgebliebene Dreschrückstände, aber nur in geringer Zahl. Der entscheidende Teil der Unkräuter von den Winterfrucht- Getreidearten (Weizensorten, Roggen, Wintergerste) ist nicht verkohlt, sondern infolge der dauernden Feuchte im Brunnen erhalten geblieben. Zu den Unkräutern rechneten wir auch die im Brunnen geborgenen Ruderalpflanzen. Solche Ruderalarten finden wir auf allen solchen, der Wirkung durch Menschenhand ausgesetzten Bodenstreifen (Graben, entlang des Straßenverlaufs, Wegerand, an Damm­hängen, Rainen, Umgebung von Gebäuden), wo der Boden stickstoffhaltig ist, eventuell gedüngt. Mit ihrer Hilfe kommen wir zu Informationen über den Brunnengebrauch, den Zustand der dahin führenden Straße/n, die Unkrautflora der Ansiedlung. Es ist sicher, dass man zum Wasserholen durch feuchtes Gebiet waten musste. Die in Proben aus dem Brunnen gefundenen Große Brennessel, Gemeine Hühnerhirse, Portulak, Stumpfblättriger Ampfer wachsen nämlich an solchen feuchten Stellen. Andere Unkrautsorten stammten von trockeneren Stellen des Wegerandes: Bilsenkraut, Mauer-Senf, Kleine Malve. Die meisten ruderalen Unkräuter kamen von Boden­­flächen mit durchschnittlicher Wasserversorgung, ihre hohe Anzahl kann zur Vegetationsausdehnung der Siedlung im Verhältnis stehen. Purpurrote Taubnessel, Einjähriges Rispengras, Vogelknöterich, Kriechender Hahnenfuß, Seifenkraut, Kleblabkraut, Gefleckter Schierling, Weißer Gänsefuß, Baldrian, Ackerstiefmütter­chen. Vom Weißen Gänsefuß gab es die meisten Samen. V ♦ • 85

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