Bíró Szilvia - Molnár Attila: Fogadó a határon. Római kori útállomás Gönyün - A Győr-Moson-Sopron Megyei Múzeumok Kiállításvezetője 4. (Győr, 2009)
Crynaeus András: A gönyűi famaradványok elemzése
Am Fundort Gönyű, Nagy-Sáros wurden auf die Römerzeit datierbare Überbleibsel freigelegt, dabei fanden die Archäologen auch Holzreste. Diese lassen sich in zwei gut zu unterscheidende Gruppen teilen: Ein Teil der Stücke war so klein, dass sie nur für die auf dem inneren Gewebeaufbau des Holzes basierenden Bestimmung der Holzart geeignet war (xylotomische Analyse). Der andere Ted der Holzreste war wesentlich größer, so bestand die Möglichkeit zur genauen Bestimmung ihres Alters mittels dendrochronologischer Analyse. Was bedeuten nun diese beiden genannten Verfahren? Der Gewebeaufbau der Pflanzen, darunter der der Bäume ist sehr vielfältig, und fast jede Baumart verfügt über solche individuellen Eigenschaften, die jeweils nur der gegebenen Art eigen sind. Herausgegriffen sei hier ein einziges Beispiel: Im „Körper” der Nadelbaumarten nimmt eine jede Zelle am Nährstofftransport teil, und im lebenden Teil des Baums übergeben die Zellen einander die in Wässer löslichen Nährstoffe weiter. Bei den Laubbäumen übernehmen diese Aufgabe dafür spezialisierte Zellen, deren Netz am ehesten mit dem Wässerleitungsnetz eines Wohnhauses vergleichbar ist. Schaut man sich den Querschnitt der Bäume bei mittlerer (15—25-facher) Vergrößerung an, wird ein großer Teil dieser Unterschiede eindeutig sichtbar. Eindeutig gibt es aber auch kleine Abweichungen, die nur bei enormer Vergrößerung und nach spezieller Vorbereitung wahrnehmbar werden. So ist die Baumart eines Holzrestes von der Größe eines Streichholzes genau bestimmbar. Die Bäume haben noch eine solche „gute Eigenschaft”, dass sie auch im verkohlten Zustand diese Merkmale bewahren. So lassen sich von diesem Aspekt aus nicht nur die bei Grabungen gefundenen und dank ihrer feuchten Umgebung unversehrt gebliebenen Holzreste sondern auch die Holzkohlestücke analysieren. Aus der Analyse ging hervor, dass die Mehrheit der Dauben der am Fundort freigelegten Fässer aus Weisstanne {Abies alba Mill.) gefertigt worden war, jedoch gab es auch welche aus Stieleiche {Quercus robur L.). Die Fassringe, welche die Dolben zusammen halten, waren entweder aus Weide {Salix sp.) oder ebenfalls aus Stieleiche. Dies stimmt teilweise mit den Kenntnissen über die früher (z. B. in der Umgebung von Ménfőcsanak) freigelegten römerzeitlichen Fässern überein, das Fass aus Eichenholz galt jedoch als Überraschung, denn ein solches wurde bisher aus dieser Zeitperiode noch nicht gefunden. 69 1 i