Bíró Szilvia - Molnár Attila: Fogadó a határon. Római kori útállomás Gönyün - A Győr-Moson-Sopron Megyei Múzeumok Kiállításvezetője 4. (Győr, 2009)

Bíró Szilvia: Fogadó a határon

Im Falle von sog. klassischen Heinkastellen ist es fast immer gelungen, auch Palisadenwand, Steinmauer oder Schutzwall innerhalb der Ein­friedung auszumachen, sie hatten also tatsäch­lich eine Wehr- und Schutzfunktion. Die dünnen Mauern der Station in Gönyű und ihre Struktur sicherten zwar den Einwohnern keinerlei Schutz, doch verdient die Ähnlichkeit entsprechende Aufmerksamkeit. Am pannonischen Limesstrecke ist die Freilegung eines frührömerzeitlichen Baus von diesem Typ vorerst noch nicht gelun­gen, auch in Österreich wurden in die späte Römerzeit datierbare Kleinkastelle freigelegt. Die militärische Aufsichtsrolle der Straßenstation ist aber nicht fraglich, auch die gefundenen zahlreichen gestempelten Ziegel — von 139 Stempeln sind 85 mit Sicherheit in Verbindung zu einer Legion — beweisen das, bzw. stand das Gebäude am Limes bestimmt auf militärischem Territorium. Es konnte aber am Fundort kein eindeutig mit dem Militär in Verbindung stehender Fund (Waffe, Trachzu­­behör usw.) sicher gestellt werden. Wachstation? In Pannonien verfügten wahrscheinlich die meisten sich an den Hauptverkehrs­straßen befindenden Stationen auch über militärische Aufsicht, denn sie lagen ja an strategisch wichtigen Punkten (Wegeabbiegung, Flussübergang usw.). Vorerst ist die bei Katafa freigelegte Station dieser Kategorie zuzuordnen. Die an der Bernstein­­straße liegende Station hatte die Aufsicht auf den Räba-Übergang, vom Gebäude ist wenig erhalten, auf dieser Grundlage wird ein U-förmiges Gebäude mit Lehm­mauern vermutet, an dessen hinteren Seite ein offener Hof. Innerhalb des Einfrie­dungsgrabens wurden aber Reste eines Schutzwalls entdeckt, d. h., dass diese Station mit einer Schutzanlage versehen war, obwohl sie im Innern der Provinz zu finden ist. Ihre Datierung ist ähnlich wie in Gönyű auf das 2., evt. 3. Jh. zu setzen. Wachstation Sie standen an Straßenkreuzungen, Übergängen, Furten und Pässen, bzw7. an anderen strategisch bedeutenden Punkten. Sie wurden vom Staat unterhalten, der Dienst wairde vom Militär versehen. Hierher gehörten auch die sog. Beneficiarerstationen; sie erfüllten eine Art polizeiliche Funktion, sorgten für öffentliche Sicherheit und Aufsicht. Sie spielten eine bedeutende Rolle dabei, dass die Kuriere schnell ans Ziel gelangten, und bei der Sicherung der staatlichen Infrastruktur. 51

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