Bíró Szilvia - Molnár Attila: Fogadó a határon. Római kori útállomás Gönyün - A Győr-Moson-Sopron Megyei Múzeumok Kiállításvezetője 4. (Győr, 2009)

Bíró Szilvia: Fogadó a határon

Auch die Planierungsschichten und die von den Römern herausgenommenen Mauern lassen darauf schließen, dass Objekt und Umgegend einfach nicht mehr weiter genutzt, das Gebäude systema­­thisch liquidiert wurde. Die Nähe der Donau und der relativ hohe Grundwasserspiegel geben die Variante einer Umweltveränderung zu bedenken. Aus umweltarchäologischen Forschungen ist uns die allmähliche Steigung des Wasserspiegels der Flüsse und damit die des Grundwasserspiegels im 2. Jh. bekannt. Es ist auch in unserem Fall vorstell­bar, dass die Klimaveränderungen im 2—3. Jh. Grund für das Verlassen der Station gewesen sein können. Wir haben zur genaueren Datierung auch die Dendrochronologie zu Hilfe ge­nommen. Aus beiden Brunnen mit Holzkonstruktion (Auskleidung des Brunnen­schachts mit Holz) haben wir Proben entnommen, die von András Grynaeus unter­sucht wurden (Siehe seine Studie). Die Holzfasskonstruktion von Brunnen Nr. 1 (KE 19) wurde wahrscheinlich zwischen den Jahren 130-190 nach Chr. angefertigt. Das passte gut zu der Tatsache, dass in diesem Brunnen viel Fundmaterial, wahr­scheinlich zerbrochene Ziegel vom Umbau, auf dem Grund Wasserkrüge, gefunden wurde, also dieser Brunnen in der intensivsten Periode des Gebäudes benutzt wurde. Darüber hinaus kann man auf Grund des Fundmaterials aus dem und um das Gebäude die Blütezeit desselben eben in diese Zeit setzen. Das Eichenholz fass aus dem Brunnen Nr. 2 (KE 57) aber kann auf Grund der Untersuchung nur aus frühestens 220 nach Chr. geschlagenen Bäumen gefertigt worden sein. Vergleicht man diese Angabe mit der Tatsache, dass in diesem Brunnen nicht eine Keramikscherbe gefunden wurde, kann vermutet werden, dass es sich um das jüngste Objekt an diesem Ort handelt, und der Brunnen nur kurze Zeit oder aber überhaupt nicht benutzt wurde. g É 47

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