Bíró Szilvia - Molnár Attila: Fogadó a határon. Római kori útállomás Gönyün - A Győr-Moson-Sopron Megyei Múzeumok Kiállításvezetője 4. (Győr, 2009)
Gabler Dénes: Római csatellum Ács-Vaspusztán
Die einzige antike Quellenangabe bezüglich des Kastells ist Itinerarium Antonini 246. Daraus geht hervor, dass Ad Statuas und Ad Mures auf der 30 Meilen (44,4 km) betragenden FIntfernung zwischen Arrabona (Győr) und Brigetio (Szőny) in medio, also in der Mitte liegen. Aufgrund dieser antiken Angabe suchten schon um 1737 zwei englische Reisende, j. Milles und R. Pococke nach dem Lager. Ihr Versuch der Lokalisation des Kastells bewies sich aber als falsch. Auch Flóris Römer und Ipoly Fehér suchten die Festung bei Gönyű. Noch 1911 identifizierten Gábor Finály und auf dessen Spur auch Andreas Graf die hier sichtbaren Ruinen. Elemér Lovas, Custos der Győrer Benediktiner erkannte zuerst im Jahre 1937, dass die Ruinen von Vaspuszta wirklich mit Ad Statuas gleichgesetzt werden kann. Die erste Untersuchung im Lager führte László Barkóczi 1948 durch, er legte in seiner nur kurze Zeit andauernden Grabung mehrere Mauerabschnitte frei. Darauf folgend führte das Archäologische Institut der Ung. Akademie der Wissenschaften 1966—1967, dann 1970—1972 Grabungen durch, und zwar im Rahmen der Rettungsgrabungen Donauknie, geleitet von dem Verfasser. Das Kastell ist eines der spätesten an der westpannonischen Limesstrecke. Wahrscheinlich kam es nach den germanischen Kriegen im Jahre 97, den sog. bellum Suebicum zu seinem Bau. Nach Angabe eines gestempelten Ziegels könnte die erste Besatzungseinheit die cohors I Hispanorum gewesen sein, die 101 nach Chr. abkommandiert wurde. Die Truppe nahm an den dakischen Kriegen von Traianus teil, gehörte dann zu der Garnison der neuen Provinz Dacia. Das Kastell dieser Truppe könnte nahe am castellum gewesen sein, welches bei den Grabungen untersucht wurde, jedoch außerhalb des freigelegten Areals, so ist uns darüber nichts bekannt. Die Reihe der bei den Grabungen gefundenen Münzen und Terra Sigillata beginnt erst in der Zeit Hadrianus’. Unter dem Fundmaterial gibt es keine für die traianische Zeit charakteristischen Fundtypen. Auch kamen keine auf die eisenzeitliche Siedlung der einheimischen Bevölkerung (A-^ali) hindeutenden Spuren zum Vorschein. An die Stelle der cohors I Hispanorum kam nach 101 die cohors IV voluntariorum. Diese Einheit kam vermutlich in das heute noch nicht lokalisierbare Kastell, und baute am Ende der traianische Zeit das heute bekannte Castellum. Dieses Kastell war — wie auch die anderen in dieser Zeit — ein Holz-Erde Kastell. Unter seinen Verteidigungsanlagen kennen wir nur die Pfosten-Dreierreihe des Schutzwalls an der südlichen decumana- Seite, und den Spitzgraben - fossa - davor. Die Breite des Grabens kann 2,1-2,4 m betragen haben. Die Orientierung des Holz-Erde Kastells wich — aufgrund der Grabenrichtung — von der der späteren ab. Südlich der Festung kamen Spuren von Holzbauten zum Vorschein, im Laufe der Grabung konnten wir die Gräben für die Schwellen und auch Pfostenlöcher beobachten. 129