Bíró Szilvia - Molnár Attila: Fogadó a határon. Római kori útállomás Gönyün - A Győr-Moson-Sopron Megyei Múzeumok Kiállításvezetője 4. (Győr, 2009)

Szőnyi Eszter: Római őrtorony Gönyű-Proletáron

Unter den Fundgegenständen sind unter Beachtung der Funktion des Objekts die interessantesten mit dem Militär in Verbindung zu bringen. Zwei Ziegel mit Stempel sind zum Vorschein gekommen, auf dem besser erhalten gebliebenen tegula- Fragment ist zu lesen LEG XIIIIGM, dieser Ziegelstempel stammt aus der Ziegelei der legio XIV Gemina in der Zeit der Stationierung der Legion in Vindo­bona (Wien) zwischen 101 und 119 nach Chr. Das andere Ziegelstück ist bruch­stückhafter, ebenfalls Legionsproduktion, es fehlt aber der Truppenname, nur so viel ist sicher, dass die Nummer mit zehn beginnt. Wir kennen keine genaue Analo­gie, aufgrund der Stempelform halten wir auch dieses Stück für ein Produkt der legio XIV Gemina. Metallfunde gab es recht wenig. Münzen haben wir weder bei den Geländebegehungen noch im Laufe der Grabung gefunden, so kann das sehr wichtige numismatische Material bei der Zeitbestimmung keine Hilfe sein. Mit dem Erbe des Militärs lässt sich das Fragment eines bronzenen Pferdegeschirrbeschlags verbinden. Außer diesem bilden eine bronzene Niete und einige korrodierte Eisennägel das gesamte metallene Fundmaterial. Beim größten Teil des Fundmaterials handelt es sich um Keramikfragmente. Wie aus den Backöfen hervorgeht, wurden die Speisen der im Dienst stehenden Solda­ten, oder ein Teil davon am Ort zubereitet. Der gefundene Mühlstein ist ein Beweis dafür, dass sogar Getreide — eventuell Salz — gemahlen wurde. Man brauchte also auch Kochgefäße. Die aus grauem, körnigem Ton gefertigten, schmucklosen Töpfe entsprachen dieser Funktion. Aus den in hoher Zahl gefundenen Fragmenten konnte ein Stück rekonstruiert werden. Die obigen Gefäße sind zur Zeitbestimmung wenig geeignet, ihre Randgestaltung zeigt allgemeine Formen der mittleren Kaiserzeit (2—3. Jh.). Die gefundenen Deckelfragmente wurden aus ähnlichem Material wie die Töpfe gefertigt. Von den Schüsseln wurden die größeren zur Speisenzubereitung, die kleineren zum Servieren benutzt. In der Regel sind sie aus feinem Ton, rot oder gelb gebrannt, innen mit roter oder sog. marmo­rierter Bemalung versehen. Diese Bemalungstechnik war während des gesamten 2. Jh.s beliebt. Einige Keramikfragmente weisen die Form, sogar die Verzierungsweise von in Gallien oder im Rheinland produzierten Ziergefäßen (Terra Sigillata) auf, es handelt sich aber um hiesige lokale Produkte. 119

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