Bíró Szilvia - Molnár Attila: Fogadó a határon. Római kori útállomás Gönyün - A Győr-Moson-Sopron Megyei Múzeumok Kiállításvezetője 4. (Győr, 2009)

May Zoltán: Téglák archeometiria vizsgálata

Unter archäometrischer Untersuchung versteht man die Untersuchung von gegenständlichen Andenken der menschlichen Kultur mit naturwissenschaftlichen Methoden. Solche Untersuchungen beruhen auf physikalischen, chemikalischen Materialanalysen, mit deren Hilfe zahlreiche Fragen, welche von Naturwissenschaft und Archäologie aufgeworfen werden, beantwortet und konkretisiert werden können. Es handelt sich hierbei um Fragen der Herkunft, der Altersbestimmung, der Produktionswerkstätten, der Handwerker, der Aufdeckung von Handelswegen und nicht zuletzt um Fragen der Funktion und des Gebrauchs gegebener Gegenstände. Im Falle Ziegel ist die Situation ähnlich, wobei die Frage der Funktion hier eindeutig ist. Das Problem der Altersbestimmung bei sog. gestempelten Ziegeln (Zeitpunkt der Herstellung und des Brennens der Ziegeln) kann hier in vereinfachter Form auftreten, denn der Stempel kann Informationen über Jahreszahl, Produktionswerkstatt, Namen von Personen enthalten. Falls solche Angaben im Falle von Ziegelfragmenten mit unvollständigem Stempel nicht völlig vorliegen, können archäometrische Messungen behilflich sein. Ein wichtiger Aspekt ist das Grundmaterial, in unserem Fall die Beschaffenheit des Materials, d. h. welche Qualität hat es und woher stammt es. Zur Feststellung der Zusammensetzung des Materials benutzen wir chemische Untersuchungsmetho­den. Mit solchen Messungen stellen wir die Konzentration der Hauptelemente (z. В Sihzium, Aluminium, Eisen) und der Spurenelemente (Barium, Zirkonium, Chrom) fest, welche zusammen den Stoff, das Herstellungsmaterial der Ziegel charakterisieren. Die Gesamtheit der Konzentrationen der chemischen Elemente charakterisieren gleich einem Fingerab­druck die untersuchte Probe. Aus diesen können wir auf die geografische Herkunft des Materials schließen, sowie auf eventu­elle Handelswege (Export- und Import­ware). Die Analyse dieser chemischen Zusammensetzung führen wir mit einem Röntgenfluoreszenzspektrometer (XRF, Abb. 7), bzw. mit einem Atomemissions­spektrometer (ICP-OES, Abb. 3) durch. Im vorigen Fall können wir das Gerät an den Fundort bringen und ohne das Entnehmen einer Probe messen, beim zweiten Fall ist eine Probenahme erforderlich, die in ein entsprechendes Labor gebracht werden muss. 103

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