Molnár Attila et al.: Jöttek - mentek. Langobardok és avarok a Kisalföldön - A Győr-Moson-Sopron Megyei Múzeumok Kiállításvezetője 3. (Győr, 2008)
Takács Miklós: Avarkori települések Lébény határában
Beide Fundorte waren je ein etwa runder oder ovaler Sand- und Lehmhügel in der Flur der Gemeinde Lébény, im östlichen Teil des den Neusiedler See von Osten her einfassenden Waasen. Die Geländeoberfläche ist in dieser Kleinlandschaft recht abwechslungsreich, da sich zahlreiche kleinere oder größere Hügel erheben zwischen den trogartigen Vertiefungen, die bei zeitweiligen Überschwemmungen voller Wasser stehen, und den diese verbindenden Urbecken. Unumgehbar für die Forschung wurden die beiden Fundorte, als 1990 der Abschnitt zwischen Abda und Hegyeshalom auf der Verlaufslinie der Autobahn Ml über den Nordteil des Kaszás-Hügels (Kaszás-domb) festgelegt wurde, der Bille-Hügel (Bille-domb) wurde zum Lehmabbau zu eben diesen Bauarbeiten bestimmt. Die Fundrettung auf dem Kaszás-Hügel verlief 1991 im Spätherbst, bzw. 1992 von März bis Dezember unter Leitung von Gabriella T. Németh, Eszter T. Szőnyi, Péter Tomka und Miklós Takács. Die Grabungen auf dem Bille-Hügel fanden 1993 zwischen März und Oktober, bzw. 1994 zwischen März und Dezember unter Leitung von Gabriella T. Németh und Miklós Takács statt. Auf beiden Hügeln gab es Funde aus allen archäologischen Epochen: von der Steinzeit bis zu Artillerie-Batteriestellungen aus dem 2. Weltkrieg, bzw. bis zu den Anfang der 1960-er Jahren abgetragenen Gehöftsgebäuden der Meierei. Insgesamt wurden etwa 6750 Siedlungserscheinungen verschiedenen Alters freigelegt und dokumentiert (auf dem Kaszás-Hügel 1300, auf dem Bille-Hügel 4450) Die Mehrheit der Siedlungserscheinungen auf dem Kaszás gehört in die Awarenzeit (etwa 800 Eingrabungen), auf dem Bille jedoch ins ungarische Mittelalter, d. h. ins 10-14. Jh. Während der Grabungen wurde mehrmals der Gedanke aufgeworfen, ob die awarenzeitlichen Siedlungserscheinungen der beiden benachbarten Hügel auf Grund der Herausbüdung ihrer natürlichen Oberflächengestalt zweizuteilen sind, oder ob sie eher als zwei Teile einer einzigen Siedlung zu werten sind. Schließlich entschied man sich für die jeweils gesonderte Wertung beider Teile. Nicht nur deshalb, weil die beiden Siedlungsteile durch ein Bachbett mit schlammigem Grund und ohne Funde getrennt sind, sondern eher deshalb, weil die awarenzeitliche Siedlungsstruktur beider Hügel voneinander abweicht. Darüber hinaus tauchten im Fundmaterial sowohl des einen als auch des anderen Hügels Besonderheiten auf, die jeweüs im Fundmaterial des anderen fehlten. Enorm abweichend waren z.B. die Trennung der Objekte ihrem Typ gemäß, und das anteilmäßige Verhältnis zwischen in den Objekten vorkommenden handgeformten bzw. scheibengetöpferten Keramik-Gefäßfragmenten. Auch ist das zahlenmäßige Verhältnis innerhalb der auf jeweils einem Hügel vorkommenden Objekte nicht einheitlich, dadurch wird die Frage noch erschwert. Lébény-Kaszás-domb Die Struktur dieser Siedlung ist spezifisch. Insgesamt konnten nur zwei Grubenhäuser mit Steinbackofen gefunden werden. Ihre Strukturelemente sind gleich: die Backöfen sind aus großen Steinplatten (wahrscheinlich aus dem Gemäuer eines nahegelegenen römischen Gebäudes) errichtet, und haben Ziegelstein- d. h. Rechtecksform. Die Dachkonstruktion wurde durch einen auf je zwei Gabelstreben ruhenden Binderbalken gestützt. Auf Grund der oben erwähnten Besonderheit der Grubenhäuser kann mit Recht angenommen werden, dass die Bewohner des Kaszás-Hügels im 8-9. Jh. (oder wenigstens ein Teil) entweder in Jurten oder in leichten (aus Ruten, Schilfrohr usw.), auf der Bodenoberfläche 240