Molnár Attila et al.: Jöttek - mentek. Langobardok és avarok a Kisalföldön - A Győr-Moson-Sopron Megyei Múzeumok Kiállításvezetője 3. (Győr, 2008)
Nagy Andrea - Pesti Krisztina: Avar kori telepmaradványok Győr-Moson-Sopron megyében
Im östlichen Viertel des Hauses waren zwar Steine, darunter aber keine Brandflecken. Auch in der Ostecke des Hauses Nr. 31 waren ein paar Steine, doch unter denen war auch der schwarze Brandfleck. Es kann also festgestellt werden, dass in geradezu allen Häusern irgendeine Art Feuerstelle war, in Haus Nr. 21 ist das nur ungewiss. Alle im Freien stehenden Ofen waren runde, eingetiefte Backöfen (Nr. 64 in die Humusschicht, Nr. 65, 66, 70 in den Untergrund). Von Nr. 64 und 70 sind die Platten geblieben, von Nr. 65 nicht, von Nr. 66 nur im SW-Teil. Mit Ausnahme von Nr. 65 war bei allen unter der Platte die Isolierschicht aus Kies (Nr. 64) oder Stein und Keramik (Nr. 66 und 70) zu beobachten. Die Öffnung sieht allgemein nach Osten (ausser bei Nr. 65). Es ist auch gelungen, ihre Arbeitsgruben zu finden, mit Ausnahme von Objekt Nr. 64, wo die grübe womöglich höher lag und nicht in den Untergrund eingetieft war. Nr. 65 und 66 haben eine Arbeitsgrube gemeinsam. Das aus den Objekten zum Vorschein gekommene Fundmaterial besteht hauptsächlich aus Tierknochen, Steinen (auch bearbeitete Steine bzw. Reste von Mahlsteinen) und Keramik. Es gab auch Fragmente aus Eisen bzw. Eisengegenstand (Nr. 10), Lehmbewurf (Nr. 10, 39, 64 und 70). Charakteristisch für das Keramikmaterial: 1. es gibt sowohl handgeformte als auch scheibengetöpferte, letztere überwiegen. 2. Sie sind gemagert a) sandgemagerte (wenige), b) sand- und kiesgemagerte (hauptsächlich mit feinem Kies, Vorkommen in größerer Zahl), c) mit Sand, Glimmer und manchmal feinem Kies gemagert (auch davon mehrere Stücke). 3. Ihre Verzierung ist a) hauptsächlich Wellenlinienbündel, b) Wellenlinienbündel und waagerechte Linienbündel, c) größere, eingeritzte Wellenlinienbündel, d) kleinere Wellenlinien e) Kombinationen von waagerechtem Linienbündel, schräg eingeritzten Linien und Wellenlinienbündel (Obj. Nr. 31), f) Kombination von zwischen zwei Wellenlinienbündeln senkrecht eingestochene kleine Linien in Rechtecksform (Obj. Nr. 31), g) waagerechtes Linienbündel, h) eingeritzte, waagerechte Linien. Darüber hinaus kam auch Verzierung am Randinnern mit Wellenlinien vor (Obj. Nr. 10, 31). Wellenlinienverzierte Randinnere sind z. B. an den Fundorten in Fertőd—Tőzeggyármajor, Győr—Bokányi D. utca und in Lébény— Kaszás domb zu finden. Die kurzen, senkrecht eingeritzten Linien kommen z. B. auch in Sopronkőhida vor, aber rundherum verlaufende, schräg eingeritzte Verzierung wurde auch dort nicht gefunden. Der Fundort Győr—Interfruct kann auf Grund der Keramikfragmente ins 9. Jh. datiert werden. Parallelen zum Keramikmaterial dieses Fundorts sind innerhalb des Komitats z. B. am Fundort Bácsa-Szent Vid zu finden.