Molnár Attila et al.: Jöttek - mentek. Langobardok és avarok a Kisalföldön - A Győr-Moson-Sopron Megyei Múzeumok Kiállításvezetője 3. (Győr, 2008)

Nagy Andrea: Különleges korai avar sírok Győr-Pápai vám lelőhelyről

Der Tote war von seinen tierischen Begleitern lediglich durch geringere Niveauhöhe getrennt. Spuren von Sarg oder Grabbau fanden wir keine. Auf sonstige Speise- und Getränkebeigaben weisen die beiden Gefäße neben dem Kopf hin. Das eine ist ein gräulichbrauner, rußfleckig gebrannter Topf, der an Hals und Schulter eingekratzte Zeichen trägt, vielleicht ein Andenken an Runenschrift. Das andere Gefäß ist ein handgeformter Krug, der hinsichtlich der Form besondere, byzantinische Wurzeln in sich birgt, ein ähnlicher kam im awarischen Gräberfeld in Budakalász zum Vorschein. An der Taille trug der Mann einen mit gepressten Beschlägen verzierten Gürtel, der durch eine Eisenschnalle geschlossen wurde. An seiner rechten Seite trug er hinten eine Beuteltasche, in der korrodierte Reste von Bronze-, Eisen- und Knochengegenständen waren (Eisenmesser, Wetzstein, durchbohrter Wildschweinhauer, Fragment einer verzierten Knochenplatte, Feuersteine und andere Eisengegenstände). Auf seine etwaige Bewaffnung deuten nur die beiden Pfeilspitzen neben dem rechten Oberschenkel. Von den Erwachsenenbestattungen ist nur eine den Grabräubern zum Opfer gefallen, Bestattung Nr. 67. Die Räuber gingen von der Ostseite an das Grab heran, die Knochen auf der linken Seite des Skeletts und das Becken sind völlig verrückt, die Knochen durcheinander geworfen. Die Räuber hatten zielbewusst Oberkörper und Taillengegend im Auge, und durchwühlten diese Stellen, uns ließen sie vom beschlagenen Gürtel nur eine kleine Bronzeschnalle bzw. einen kleinen Beschlag. Zwischen den Knochen ließen sie auch die für sie wertlosen Eisengegenstände (Messer, Schnalle). Die Grabgrube ist ebenfalls mit einem Vorsprung versehen wie Grab Nr. 25. Opfertier ist ein gehäutetes Hausschaf, auch hier auf den Vorsprung plaziert, abgesondert vom Körper des Toten. Den Räubern entging der Bogen des Bestatteten, er war an seiner rechten Seite in ungespanntem Zustand. Der Bogen war mit Geweihplättchen gesteift, sie waren kaum abgenutzt, vielleicht waren sie kaum oder gar nicht in Benutzung. Aneinander korrodiert lagen die dreiflügeligen Eisenpfeilspitzen mit Dorn an der linken Seite des Oberkörpers, nahe an der Seitenwand. Die Position der Pfeilspitzen deutet darauf hin, dass sie zusammen mit dem Köcher ins Grab gelegt worden waren. Der Rost des Eisens hat die Abdrücke von Pfeilen und des zur Befestigung gebrauchten Kittmittels gut bewahrt. Unter den Knien sind auch hier die Schwanzknochen eines Rindes zu finden, doch daneben kam auch das für awarische Bestattungen charakteristische Schafschwanzstück zum Vorschein. Beim Grab Nr. 31 handelt es sich um das Grab eines Kindes, es wurde ähnlich wie die Erwachsenen beerdigt. Opfertier ist wiederum ein gehäutetes Schaf, neben dem wir auch einen kleinen handgeformten Napf zur Aufbewahrung der Speisebeigabe fanden. Unter den Knien fanden wir auch die Schwanzknochen vom Rind. Der Gürtel an der Taille wurde mit einer Eisenschnalle befestigt. Dem Eisenmesser an der rechten Seite sprechen wir eher übelabweisende Funktion zu. Der Rost hat den Abdruck der Holzscheide gut bewahrt. Die hier bestattete Gemeinschaft ist an frühe, sich mit Groß Viehhaltung und Hirtenwirtschaft beschäftigende Gruppen zu knüpfen. Die Gräber sind auf Grund ihrer Beigaben und Trachtengegenstände auf das 7. Jh. zu datieren. Sie können auf Grund der Bestattungsorientierung, der geringeren Entfernung voneinander und der Ähnlichkeiten des Bestattungsritus nicht als Einzelgräber angesehen werden, im Gegensatz zu den Gräbern in Börcs. Es kann sich bei den hier Ruhenden eher um die Mitglieder einer kleineren Gemeinschaft mit Hirtenwirtschaft handeln. 121

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