Bíró Szilvia et al.: A Vagongyár alatt - A vagongyár előtt. Római temető és középkori település a győri Árkád területén - A Győr-Moson-Sopron Megyei Múzeumok Kiállításvezetői 2. (Győr, 2007)

Tomka Gábor: Elvermelt leletek. Üvegedény és csontveretes ládika egy középkori gödörből

I Am Ausgrabungsort Hess das archäologische Phänomen Nr. 259 mit den spekta­kulärsten archäologischen Funden der mittelalterlichen Siedlung aufwarten. Die Grube von der Grösse 2,5 x 2,5 m dürfte ursprünglich eine Miete gewesen sein, welche nach ihrer Auflassung mit Hausmüll zugeschüttet wurde. Aus der zu Humus gewordenen Zuschüttung sind neben den üblichen Funden (in erster Linie Bruch­stücke von Tongefässen) auch zwei solche Gegenstände gefunden worden, welche eine eingehendere Behandlung wert sind. Aus der Grube sind Bruchstücke einer Glasflasche zum Vorschein gekommen, welche sich in der Restauratorwerkstatt zu einem kompletten Glasgefass zusammenfügen Hessen. Die 18 Zentimeter hoche Flasche ist von grünHcher Abtönung, auf deren Material lassen sich aber keine Spuren der Korrosion erkennen. Ihre Form ist charakteristisch: Ihre Mundöffnung ist verdickt, auf ihrem Hals ist eine hervorspringende Ausbuchtung, der sog. Kropf zu beobachten. Beim Kropf verdickt sich nicht die Flaschenwand. An den Flaschenhals schliesst sich ein berblüffend breiter, horizontaler, beim Schulterteil scharf brechender Abschnitt an, welcher mit einer spiralförmigen Glasfaden dekoriert ist. Auf ihrem eiförmigen unteren Körper sind vertikale längliche Spältchen wahrzunehmen. Sie steht auf einem Grundring, dessen innerer Teil einen, für frühe Gläser bezeichnende sich zuspitzeneden „Nabel” bildet. Mitte der Aussenseite dieses Nabelteiles ist jene winzige Bruchoberfläche zu sehen, welche die Spur derjenigen Metallstange ist, mit der die Flasche während des Blasens gehalten wurde. Unsere Flasche wurde also mit der Technik des Glasblasens herge-stellt, der untere, mit länglichen Spältchen versehene Teil ihres Körpers weist darauf hin, dass dieser Teil des Gefässes in Form geblasen wurde. Erst nach der Gestaltung des Gefässkörpers wurde die aus dünnem Glasfaden geschwungene Dekor aufgetragen. Vor dem Frühmittelalter galt das Glas in Ungarn noch als eine ausgespochene Rarität, aus diesem Grund kennt man kaum Exemplare von unversehrten oder ergänzbaren Flaschen. In Buda wurden ähnhche kropfhalsige Flaschenbruchstücke erschlossen, sowohl auf dem Gebiet des Königspalastes als auch der Bürgersiedlung. Ebenfalls in Buda, in der Fortuna Strasse wurde ein Massenfund geborgen, welcher für den in einem Grossbrand vernichteten Warenbestand eines Händlers gehalten wird. 95 T I

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