Bíró Szilvia et al.: A Vagongyár alatt - A vagongyár előtt. Római temető és középkori település a győri Árkád területén - A Győr-Moson-Sopron Megyei Múzeumok Kiállításvezetői 2. (Győr, 2007)

Tomka Gábor: Elvermelt leletek. Üvegedény és csontveretes ládika egy középkori gödörből

Überwiegender Teil der Kästchen stammt aus kirchlichem Milieu. Vorrangiger Grund dafür ist, dass die kirchlichen Schatzkammern die besten Chancen hatten, ungestört die Zeiten zu überdauern. Dass viele ähnliche Gegenstände bewahrt blieben, ist hier auch nicht der Wertschätzung der Kästchen, sondern der Verehrung der in ihnen aufbewahrten Heil verspechenden Reliquien zu verdanken. Es ist allerdings auffallend, dass bei Ausgrabungen zahlreiche Kästchen, bzw. deren Fragmente in Fundorten an weltlichen Machtzentren, Burgen gefunden wurden (z. B.: Chillon (Schweiz), Castle Acre und Ludgershall Casde (England), Blois (Frankreich), Hitzacker und Holzheim (Deutschland). Einige Kästchen tauchten in städtischen Siedlungen, bzw. in der Nähe von Kaufmannssiedlungen auf — z. B.: Schleswig, Emden (Deutschland), York (England). Es kann ruhig behauptet werden, dass die so beschaffenen Kästchen - auch Solche sich dem Györer ähnelnden einfacher ausgestalteten — nicht zu den Eigentums­gegenständen der Durschnittsmenschen gehören konnten. Ein wichtigeres kirchliches Zentrum oder ein kirchlicher Beamte in höherer Position, ein wichtigerer Adliger, im Falle unseres Fundortes allerdings am wahrscheinlichsten die Gestalt eines bemittelten Kaufmanns dämmert unter den möglichen Besitzern auf. Die gleiche Schicht, besonders die der städtischen Kaufmänner lässt sich im Hintergrund der am selben Fundort gefundenen Flasche vermuten. Obwohl sich die letzte Konklusion erst nach der kompletten Auswertung des Fundortes ziehen lässt, scheint es nicht unmöglich, dass man hier Gegendtände der materiellen Kultur der im 13. Jahrhundert hier ansässigen zugezogenen Siedler (Hospes) erschloss. 115

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