Bíró Szilvia et al.: A Vagongyár alatt - A vagongyár előtt. Római temető és középkori település a győri Árkád területén - A Győr-Moson-Sopron Megyei Múzeumok Kiállításvezetői 2. (Győr, 2007)
Tomka Gábor: Elvermelt leletek. Üvegedény és csontveretes ládika egy középkori gödörből
Ein anderer sensationeller Fund machte sich als ein aus Knochenbeschlägen bestehender Haufen bemerkbar. Trotz dem rauhen Wetter in Dezember konnte die Fundkollektion sehr präzise freigelegt, und während dessen eine facettenreiche Zeichen- und Fotodokumentation erstellt werden. (Arbeit von Attila Molnár). Von den 48 Stück, teilweise gebrochenen Knochenplatten, Knochenstiften und korrodierten Metallbestandteilen gelang es Katalin Brüder anhand der Ausgrabungsdokumention die originale Zusammensetzung zu rekonstruieren. Es hat sich herausgestellt, dass einst ein Holzkästchen in die Grube geworfen war, welches mit seinem Deckel zu Grubengrund gelandet ist. Die hölzernen Teile des Holzkästchens waren im Laufe der Zeit vermodert, die Form des zusammengedrückten Kästchens bewahrten aber die dekorierten Knochenbeschläge. Der quaderförmige Kästchenkörper mass 25 x 20 Zentimeter, mit einer Höhe von 10 Zentimeter, dessen Deckel in der Form einer auf einem 7 Zentimeter hohen Quader stehenden Stumpfpyramide gefertigt wurde. Ausser seinem Boden und der Deckplatte seines Deckels wurden alle Seiten mit Knochenbeschlägen verziert. Die Beschläge waren durchbohrt, und wurden mittels in den Bohrungen fixierter spitzen Knochenstifte am hölzernen Kästchenkern befestigt. Die feine Anreissung der Hinterseite des Kästchens lässt auf eine mögliche Verwendung von Klebstoff bei der Befestigung der Beschläge hin. Die Vorderplatte des Kästchenkörpers rahmte unten eine lange Knochenleiste, oben beiderseits jeweils eine kürzere Leiste, in der Mitte eine breitere Knochenplatte. Auf den zwei Seiten der Vorderplatte, sowie auf den beiden Seiten der oberen-mitderen Platte teilten vier vertikal stehende Knochenleisten die Vorderplatte in drei Felder. Die Mitte der zwei seitlichen Felder zierte jeweils ein viereckiger Knochenbeschlag, das mittlere Feld die erwähnte Knochenplatte, darunter ein kleinerer Knochenbeschlag, sowie ein auf diese applizirtes Schloss. Die die zwei Seitenplatten des Kästchenkörpers abgrenzenden Knochenleisten, sowie die in die Mitte der Seitenplatten rekonstruierten kleineren, viereckförmigen Knochenleisten bedeckten es. Die Hinterseite wurde auch von Knochenbeschlägen gerahmt, in ihrer Mitte teilte sie eine vertikal stehende Knochenleiste in zwei Felder, in derer Mitte jeweils ein Beschlag in der Form eines gedehnten Rechtecks fixiert wurde. Den flachen unteren Teil des Kästchendeckels rahmten dünne Knochenleisten, während fast die ganze Pyramide des Deckels jeweils drei sich perfekt fügende breitere Knochenleisten grenzten, ln den oberen Teil des beiderseitig spitzen, Vorne und Hinten in einen stumpfen Winken zusammenlaufenden Rahmen wurden dreieckförmige Knochenleisten gefügt. Die Knochenbeschläge wurden mit eingeritzten Verzierungen versehen. Auf der Länge der breiten rahmenden Beschlägen läuft ein zweizackiges Flechtband auf solche Art und Weise, dass das Motiv auf den horizontal stehenden Knochenleisten über die Kanten umdreht, auf den vertikal stehenden hingegen sich das Muster in sich geschlossen zeigt. Dieses Motiv kann auch als eine verfeinerte Variante der auf Knochengegenständen häufig anzutreffenden Punktekreisverzierung gedeutet werden. Auf den Rahmenbeschlägen des Deckels ist das Muster ein wenig komplizieter: In der Mitte des einen Flechtbandsposses läuft eine eingeritzte Linie. 101