Bíró Szilvia et al.: A Vagongyár alatt - A vagongyár előtt. Római temető és középkori település a győri Árkád területén - A Győr-Moson-Sopron Megyei Múzeumok Kiállításvezetői 2. (Győr, 2007)

Tomka Gábor: Elvermelt leletek. Üvegedény és csontveretes ládika egy középkori gödörből

Das Gros der frühen (13. und 14. Jahrhundert) Gläser von Buda ist von unverwittertem Material, und stammt vermutlich aus Italien. Das Gleiche wird auch von den Wiener und Brünner Funden angenommen. Auch die Fundorte der weiteren Paralellen können mit italie­nischen Zentren erklärt werden, wobei es nicht ausge­schlossen ist, dass diese Form schon früh auch ausserhalb der Alpensichel eine Nachahmung fand. Die Aktivität der venezianischen Händler wurde schon 1217 durch Abkommen reguliert. Im Jahre 1304 ist Paulus Venetus (Velencei Pál) ein Budaer Bürger, die Ansiedlung von Venezianern in Buda nahm also spätestens in der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts ihren Anfang. Es kann also davon ausgegangen werden, dass auch der Győrer Fund mittels italienischen Kontaktes auf unseren Fundort kam, vielleicht aus Venedig, vielleicht aus einem anderen norditalienischen Glasherstellerzentrum. Sein Alter bestimmen einerseits die übrigen Begleitfunde, andererseits die von anderen Fundorten stammenden ähnlichen Funde. Die oben erwähnten Scherben dürften im 13., eventuell im 14 Jahrhundert hergestellt worden sein, wie es anhand der gründlich aufgearbeiteten Fragmente der zahlreichen umliegenden Ausgrabungen zweifellos formulieren lässt. Einige ähnliche Budaer Glasflaschen-Fragmente werden durch Münzen auf das Ende des 13. Jahrhundert datiert. Das beim Landshuter Rathaus gefundene Fragment lässt sich auf das Ende des 13., oder auf die erster Hälfte des 14. Jahrhunderts datieren, während das andere deutsche Fragment in einem Fundzu­sammenhang aus dem 14. Jahrhundert erschlossen wurde. Eine besondere Bedeutung kommt den Baseler Fragmenten zu, weil im Falle derer anhand der schriftlichen Quellen und der Schichtenanordnung zu belegen ist, dass sie vor den, in den Jahren nach 1276 in Angriff genommenen Bauarbeiten auf den Müll geworfen wurden. Die Brünner Funde werden als die ältesten Tafelglasgefässe geführt mit einer Datierung auf die Mitte des 13. Jahrhunderts, während der Wiener Fund auf das 13. Jahrhundert. Aufgrund obiger Ausführungen kann der Győrer Fund mit grösster Wahrscheinlich­keit auf die zweite Hälfte, Ende des 13. Jahrhunderts datiert werden. Daraus, dass sich die Flasche beinahe lückenlos rekonstruieren liess, ist darauf zu schliessen, dass sie entweder unversehrt oder unmittel­bar nach ihrer Vernichtung in die Grube geworfen wurde, anders wären nämlich ihre Stücke verstreut gewesen. Sie wurde gewiss schleunigst entsorgt, für ihre Wiederverwertung wurde ja nicht gesorgt. Wie gesagt, Glassgefässe galten im 13. Jahrhundert als ausgesprochene Luxusgüter, dürften meistens laut Zeugnis der archäologischen Funde die Tafel reicher, oder zumindest bemittelter Bürger bedeutender Städte geziert haben. 99

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