Bíró Szilvia (szerk.): Rómaiak nyomában… Az elmúlt 15 év római koros ásatásai Győr-Moson-Sopron megyében - A Győr-Moson-Sopron Megyei Múzeumok Kiállításvezetői 1. (Győr, 2006)
Varga Krisztina: Ménfőcsanak – Sírok az Eperföldeken
Bei Győr - Ménfőcsanak, auf dem Fundort 'Eperföldek' (Erdbeerfelder) wurden Präventivausgrabungen vom Juni bis November 2005 geführt. Neben dem römischen und keltischen Gräberfeld konnten bronzezeitliche und awarenzeitliche Gräber, Siedlungserscheinungen der Kelten -, Römer -, Awarenzeit und des Mittelalters noch beobachtet werden. Im römischen Gräberfeld, das an beiden Seiten einer W-O gerichteten, schotterigen römischen Strasse liegt, kamen 64 Körper -,11 Brand und 3 symbolischen (?) Bestattungen ans Tageslicht. Die Mehrheit der Gräber des Gräberfeldes mit Körperbestattungen aus dem 4. Jahrhundert ist Schachtgrab, mit mehr oder weniger abgerundet rechteckiger Grabgrube. Bei einigen Gräbern konnte ein Absatz beobachtet werden. In einem Fall wurde eine Totenliege stelle aus behauten Steinen auf dem Boden der Grabgrube ausgebildet. Die Steine wurden in mörteliges Bindemittel gebettet, ein als „Kissen" funktionierender, rechteckiger Steinblock, der aus der Ebene des „Steinbettes" hervortritt, sollte den Kopf des Toten halten. Die Liegestelle wurde aus mehreren grossen, flachen Blöcken geformt. Dieses Grab wurde — wie mehrere andere — geraubt, die Knochen vergingen, nur eine Gürtelschnalle blieb in der Einfüllung des Grabes. In einem anderen Fall wurde ein breiter Absatz in dem tief eingegrabenen Grab, in der von dem Erscheinen des Grabfleckes gerechneten 50-60 cm Tiefe, entlang den Seiten des Grabes belassen, die senkrechten Seitenwände unter dem Absatz wurden mit Mörtel beworfen. Wahrscheinlich wurden Holzbretter auf den Absatz gelegt, so wurde der Sarg vor dem Gewicht der hineinstürzenden Erde beschützt, und eine Art von Grabkammern wurde für den vornehmen Toten gebildet. Die Verstorbenen wurden öfters in Sarg gelegt, oder in Textilien eingewickelt beerdigt. Die wichtigsten Beweise des Vorhandenseins des Sarges sind die Holzüberreste oder die Verfärbung der Erde, bzw. das Vorkommen der Eisenklammern und der Eisennägel, die zur Schliessung des Sarges verwandt wurden. Die Skeletten liegen im allgemeinen auf dem Rücken, in Gestrecklage: die Arme wurden am häufigsten beim Ellbogen gebeugt auf das Becken gelegt, oder auf den Brustkasten gebeugt, manchmal blieben sie aber neben dem Rumpf gestreckt liegen. Fallweise wurden die Toten in leichter Hockerstellung zur letzten Ruhe gebracht, d. h. die Beine wurden eingebeugt und die Knie wurden angezogen. 103