Arrabona - Múzeumi közlemények 31-33. (Győr, 1994)

Tanai Péter: Kajárpéci muzsikusok

Die Musiker von Kajárpéc Die denkwürdigen Tage eines Dorfes, oder die Wendepunkte des Schicksals der Dorf­bewohner wurden von Musikern - die unter sie gehörten - durch für den Ort bzw. für die Gegend charakteristische Musik, also durch eigene Musik feierlicher gemacht. Die Spuren dieser kulturellen Selbstbedienung forschte ich in den Sommern von 1989 und 1990 in Kajarpec, wohin als ein Mitglied des durch die Soros Stiftung untertützten Forschungssommerlagers in Kajarpec kam. De die volksmusikalische Traditionen - wel­che besonders nicht besonders reich sind - des Dorfes schon von mehreren geprüft wurde, nahm ich mir vor, da ich lieber die Musik pflegenden Menschen und nicht selbst die Musik als Ziel meiner Forschunger setze. Umso mehr, da mir hinter den schon früher erhobenen zahlreichen volksmusikalischen Daten oft an jenen paar Zeilen fehlten, in denen es sich um den Menschen handelt. Ich suchte in erster Linie Menschen auf, die schon seit lange oder auch noch heute an einem Instrument spielen, um über ihre gesellschaftliche Situa­tion die ihnen gegenüber erwiesene Schätzung und ihre Rolle in der Gemeinschaft Daten zu sammeln. Ich fand in Kajarpec 1989 keine aktive Kapelle mehr. In den Streicherkapel­len spielten vorwiegen Zigeuner, aber es wird in der Gegend auch über sog. Ungarbanden. Gegen die technisch geschicktere und oft geschulte Musiker der Zigeunerbanden war das Ertönen der ungarischen Banden ein bichen roh. Heute gibt es im Dorf keine Zigeunermu­siker mehr. Ihre Musik muß sehr bestimmend gewesen sein, trotzdem bin ich der Meinung, daß die Prüfung dieser Musikerfamilien, die Organisation der Zigeunerbanden und Tra­ditionen das Thema einer anderen Forschung bilden könnte. Über die in Erinnerung des Dorfes lebenden und lebenden Musiker hinaus zog ich noch die von den Bauern- und Zi­geunermusikern benutzten Instrumente in Betracht. Die musikalischen Gelegenheiten ordnete ich nach Feiertagen und den denkwürdigeren Tagen der Wendepunkte des menschlichen Lebens. Bei der Sezierung der Wandlung von Dorfkapellen, der Auf- und Ablebens, werden wir uns auch vielleicht darüber wundern, wieviele musikalische Schichten von verschiedenen bewahrt werden. Es leuchte ja schon in der Ecke des Restaurants das Diskopult, aber beim Abschied rasselt ein hausierender Zigeuner eine nackte Geige unter die Achsel gedrückt. Péter Tanai 428

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