Arrabona - Múzeumi közlemények 19-20. (Győr, 1977-1978)

H. Kolba J.: Gotische Kelche in der Kathedrale von Győr

Összefoglalásul az itt ismertetett tíz győri kehelyről annyit kell kiemelnünk, hogy szinte mindegyik ötvösremek a maga korából. Bár más-más technika ki­váló emlékei, a XV. század valamennyi szakmai érdekességét megismerhettük ezen a néhány kelyhen keresztül. Ezért különösen fontos, hogy a még kincstá­rak mélyén lappangó egyházi remekeket minél nagyobb számban felmérjük, is­mertté tegyük, s így a középkori magyar művészet mind több megmaradt emlé­kével érezhetjük gazdagabbnak magunkat. fí. Kolba Judit GOTISCHE KELCHE IN DER KATHEDRALE VON GYÖR Von dem Landeszentrum der Katholischen Sammlungenbeauftragt, haben wir das Verzeichnis der Goldschmiedeobjekte auf dem Gebiete des Raaber (Győr) Bistums beendet. So konnten viele, bisher unbekannte gotische Kelche beschrieben werden. Die zehn frühestens entstandenen Kelche des XV. Jahrhunderts können nach ihren Verzierungen, bzw, nach der Technik in drei Gruppen geteilt werden: 1. Die, mit Email verzierten Kelche sind sie prunkhaftesten, 2. die, mit Gravierung angefer­tigten Objekte, 3. Kelche mit Filigranenarbeit und Granulationstechnik. Unter ihnen gelten die emaillierten Denkmäler, als die hervorragendsten. Der Telegdi-Czapi Kelch ist als eine der Spitzen-Leistungen der ungarischen Goldschmiedekunst zu betrachten. (Abbildungen 1—4.) Sein Fuss in Vierpassform und sein Kuppakorb wird von je drei Drahtemailplatten und drei mit durchsichtigem Email bedeckten Silberplatten geziert: unten auf zwei Platten der englische Gruss (Maria und der Engel abgesondert) und ein Wappen-Bild mit Lilien. Auf der Kuppa ein kniender Engel mit der Dornenkrone, Christus am Kreuz und das Bildnis eines Bischofs. Dazwischen winden sich die karakteristischen, mit den schönsten Farben der Drahtemailtechnik gezierten Blumen im Kranz. Auf dem Fusse eine gravierte Inschrift, dass der Kelch von der Witwe Chapi und ihrer Tochter am Anfang des XVII. Jahrhunderts verbessert und umgeändert wurde. Anstatt vom alten Nodus wurde ein Barocknodus angebracht. Der Kelch wurde in Siebenbürgen mit grosser Wahrscheinlichkeit in Kolozsvár (Klausenburg) verfertigt. Das Stück sollte durch die Schätze der Kathedrale von Nagyvárad (Grosswardein) rettenden Demeter Napraghy nach Győr geraten sein. Er ist einer der frühesten Kunstdenkmäler unserer Draht­emailtechnik aus der Mitte des XV. Jahrhunderts. Der Kelch von Demeter Csupor, der zwischen 1466—81 die Bischofswürde von Raab bekleidete, ist mit dem Wappen des Inhabers geziert. (Abbildungen 5—8.) Die blos gegossene Ornamentik des Fusses unterscheidet sich von den blauen Emailblät­tern und Zapfen des Nodus. Der neue Kuppakorb wird oben von einem prächtigen, hohen Lilienkranz umgeben. Der Bischof Csupor Hess den Kelch während der Zeit seines Bistums in der nahen Hofwerkstätte von Ofen (Buda) verfertigen. Das andere Glanzstück des Raaber Domschatzes ist ein Drahtemail-Kelch von unbekannter Herkunft. (Abbildungen 10—12.) Die sechs tropfenförmigen Platten auf dem Fusse, die eckigen Fussplatten, die sechs ovalen Plättchen der Kuppa mit Filig­ranen-Arbeit sind alle mit weissen Tupfen auf blauem und grünem Grunde ausge­füllt. Das, aus Siebenbürgen stammende Stück ist auf den 80-er, 90-er Jahren des XV. Jahrhunderts zu datieren. Die Feuervergoldung des vierten Kelches bedeckt eine schöne, gravierte Pflan­zenornamentik. (Abbildungen 13—16.) Die vertieften Verzierungen der Ständerringe und der Zapfen heben sich vom blauen Emailhintergrund heraus. Seltsam ist der niedrige, pomphafte Kuppakorb mit der Inschrift in Minuskeln „AGNUS DEI ..." (usw.). Bei diesem Kelche nehmen wir die Werkstätte von Ofen abermals als Entste­hungsort an. Seit 1232 besitzen wir Angaben über die Pfarre von Himód. Der kupferne Kelch entstamt aus diesem Gemeinde. Auf dem Fusse ein graviertes Muster, auf dem Kup­pakorb die in Ungarn so beliebte Strahlenverzierung. Die Ständerringe fehlen, und der, mit getriebenen Blättern verzierte, hohe Nodus ist ausserordentlich. Auch auf diesem Kelche ist eine Inschrift zu sehen „POTUS CARITATIS" (usw.). 323

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