Arrabona - Múzeumi közlemények 19-20. (Győr, 1977-1978)

Gömöri J.: Meldung über die Forschungen der Fundorte des west-ungarischen Eisenezrzgebietes im Komitate Győr-Sopron. I.

MELDUNG ÜBER DIE FORSCHUNGEN DER FUNDORTE DES WESTUNGARISCHEN EISENERZGEBIETES IM KOMITATE GYÖR-SOPRON I. Probegrabungen der Eisenschlacken-Fundorte in Tarjánpuszta (Awarenzeitliche Schachtöfen) Die, einen Teil der zwei grossen ungarländischen Eisenproduktionsgebiete 8 bildenden Fundorte vom Komitate Győr-Sopron (Raab-Ödenburg) werden von der archaeologi­schen Abteilung des Franz Liszt-Museums in Sopron, unter Mitwirkung von tech­nischen Fachleuten erforscht. Bisher wurden drei Ausgrabungen unternommen: in Tarjánpuszta (bei Pannonhalma-Martinsberg) und in Nemeskér (zwischen Sopron und Szombathely-Steinamanger) wurden freistehende Schachtöfen, neben Sopron in die Erde vertiefte Eisenschmeliröfen freigelegt. In der Abhandlung wird die Freilegung der, mit grauer, handgeförmter Keramik von eingeschnittenen Rändern (Abbildungen 8. und 12.) und mit den Bruchstücken von grauen, gutgeschlämirnten, mit Wellenbandstreifen gezierten Krügen (Abbildung 24.) zu datierenden Fundorte von Tarjánpuszta-Vasasföld I — II. aus dem VII. Jahr­hundert, beschrieben. (Abbildung 5.) Zwei Eisenhütten (Abbildungen 13—14., und 17—18.) wurden auf dem Fundorte I. von Tarjánpuszta-Vasasföld (Abbildung 6.) in den Jahren 1974/75, in einer Tiefe van 50 Zm, zwischen Gräben (Abbildungen 9.2. und 10.1.) freigelegt. Der Heizraum der Hütten von 30 Zm Diameter lag um 35 Zm tiefer, als das einstige Gangniveau. Die Hütten wurden aus stark durchgebranntem Lehm, mit 10 Zm dicken, innen grauen, aussen roten Wänden erbaut. Unten ist schwämmige Schlacke, davor, in der Baugrube von ungefähr 140 Zm Diameter, Laufschlacke zu finden. Die Lehmstücke in der Baugrube stammen vom Einsturz der vertikalen Ofenwand. Darunter kamen auch Bruchstücke der Brust wand mit Blasröhren zum Vorschein. (Abbildung 16.) In der Nähe der Schmelzöfen wurde das Fundament einer Speicherhütte (Abbildungen 7. und 9.1.) und die Überreste von einem Pfahlbau der Erdoberfläche (Abbildung 10.2.) freigelegt. Der daselbst gefundene Spinnwirtel (Abibildung 19.3.) und das Eisen­messer weisen auf die Nähe einer Ansiedlung hin. In der Nachbarschaft von frei stehenden Backöfen und einem, in die Erde ver­tieften Hause mit Steinofen und Quadratumriss (Abbildung 24.), auf dem Fundorte Vasasföld IL wurden zwei Schmelzöfen gefunden (Abbildungen 22.1—2. und 23.). Die Massen dieser und der Ofen vom Fundorte L, sind gleich. In der Ansiedlung kamen verschiedene Typen von Lehmblasröhren (Abbildungen 20—21.) vor. Die­jenige mit trichterförmigen Enden und abgeflachten Unterteilen sind als karakteris­tische Stücke zu betrachten. Eine Brustwand aus Lehm kam auch hier zum Vorschein. (Abbildung 29.) Spindelscheibe (Abbildung 12.6.), Schpimnwitel (Abbildung 26.3.), Kno­chennadel (Abbildung 30/a) weisen auf die Nähe der Ansiedlung. Die Analogie des, als Streufund zum Vorschein gekommenen Hoihlbeil (Abbildungen 12.8. und 31.) ist in einem Miniatur-Werkzeuge an der Kette des I. Schatzes von Szilágysomlyó zu finden. Laut dem keramischen Fundmaterial wurde das Eisen'hüttenwesen in Tarján­puszta vom VIII. Jahrhundert, in der zweiten Hälfte des Awarenzeitalters, danach wahrscheinlich im IX. Jahrhundert wieder betrieben. Die Fortsetzung der Tätigkeit ist auch im X — XI. Jahrhundert anzunehmen. Unter den Dienstleuten der Benedikti­nerabtei von Pannonhalma sind im XIII. Jahrhundert nur Schmiede (fabri), aber keine Hüttenleute zu finden. 93 — 98 Sie mussten sich zum Abholen der Eisenstangen in das zentrale Eisenlager zu Vasvár (Eisenburg — ad ferrum castrum) begeben, und die Stangen auf dem Amboss (in una incude) neben dem Kloster verarbeiten. Dieser Schmiedeamboss (Schmiedewerkstätte) wird auf einer Landkarte des XVIII. Jahrhunderts in den Wäldern der, neben Pannonhalma liegenden Gemeinde Ravazd, unter der Benennung „Kovácsüllő" (Schmiedeamboss) bezeichnet. Die besten ungarischen Analogien der Hütten in Tarjánpuszta sind in der Hütten­siedlung von Nemeskér zu findendes wo wir ebenfalls Hochbauschachtöfen freigelegt haben. Eine Baugrube mit Laufschaleke befand sieh auch davor. Diese Hütten waren (Abbildung 37.) aus Lehm erbauten, ungefähr 70 Zm hohen Eisenschmelzöfen. (Ab­bildung 40.) Daneben wurden Brustwände (Abbildung 34.) und ungefähr 200 Blasröhre 150

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