Arrabona - Múzeumi közlemények 12. (Győr, 1970)
Uzsoki A.: Vorbericht über die Ausgrabungen des keltischen Gräberfeldes von Ménfőcsanak
es Männer-, teils Frauenbestattungen. Die Männer waren Krieger, die Frauen vermutlich ihre Angehörigen. Gräber 1—3: Spätrömische Skelettgräber. Grab 4: Keltischer Krieger. Länge der Grabgrube: 290 cm, Breite: 160 cm, Tiefe: 133 cm. Im Grab fand sich ein sogenannter „Markstein" und ein aus einer Nachbestattung stammendes Skelett mit einem Halsring aus Bronzedraht. Zum Rüstzeug des Kriegers gehörten folgende Gegenstände: ein aus einem Eisenrohr angefertigter Torques von großem Ausmaß; Bronzefibel vom Münsinger-Typus mit einer Tierdarstellung und einer eingelegten Koralle; ein Armring aus Bronze; eine eiserne Fibel vom Dux-Typus; ein eisernes Schwert in der Scheide; zwei eiserne Lanzenspitzen. Grabbeigaben: fünf Gefäße: ein urnenförmiges Gefäß, Schüsseln und Schalen; Tierknochenreste. Grab 5: spätrömische Bestattung. Grab 6: ein ausgeraubtes keltisches Grab oder Kenotaphium. Maße der Grabgrube: 247X130X240X149 cm, Tiefe: 162 cm. Es fand sich keine Spur von einem Skelett darin, nur ein eisernes Hiebmesser, mehrere Gefäßscherben, Eisen- und Tierknochenreste. Gräber 7—8: spätrömische Bestattungen. Grab 9: Bestattung einer reichen Frau. Maße der Grabgrube: Länge 260 cm. Breite 170 cm, Tiefe 124 cm. Trachtenzubehör und Schmuck: verzierter Halsring aus Bronze; 364 blaue Glasperlen darunter drei sogenannte Pfauenaugenperlen; 50 Bernsteinperlen; 85 Korallenperlen; 3 Bronzefibeln, Typus Dux und Reste von Bronzekettchen; zwei bronzene Armringe: vier Fußringe aus Bronze; Bruchstück einer eisernen Gürtelschnalle. Beigaben: urnenförmige Gefäße, Schlüsseln. Am Boden einer kleinen Schlüssel ein profilierter, dreifältiger Omphalos. Grab 10: Keltische Doppelbestattung. Maße der Grabgrube: 240X220X240X190 cm, Tiefe: 128 cm. In der Mitte des Grabes in Mittelhöhe ein Skelett in Hockerstellung ohne Beigaben, darunter ein Skelett in gestreckter Rückenlage mit mehreren Beigaben: Eisenfibel vom Typus Dux; Reste von Eisengegenständen; Messerklinge mit beinverziertem Griff; mehrere Gefäße und Tierknochen. Grab 11: spätrömische Bestattung. Grab 12: Reste einer zerstörten keltischen Bestattung: ein Armring aus Bronze, zwei bronzene Fußringe, Bruchstück einer eisernen Gürtelschnalle; Schüsselscherben und Feuersteinsplitter. Grab 13: Skelett eines keltischen Kriegers. Maße der Grabgrube: Länge: 225 cm, Breite: 120 cm, Tiefe: 113 cm. Eisernes Schwert in der Scheide, eiserne Lanzenspitze, Tongefäße und Tierknochen. Grab 14: Skelett eines keltischen Kriegers. Maße des Grabes: Länge: 290 cm. Breite: 125 cm, Tiefe: 125 cm. Das Skelett bedeckte ein Schild, dessen eiserne Teile erhalten geblieben sind. Trachtenzubehör und Rüstzeug: Eisenfibel mit Koralleneinlage, Münsinger-Typus; Eisenschwert in der Scheide; eisernes Hiebmesser; eiserne Lanzenspitze. Beigaben: Reste von Eisengegenständen unbekannter Bestimmung; zwei Schüsseln und zwei groß are Gefäße; wenig Tierknochen. Das Grab umgab ein Graben mit 9,5X8,5X9,5X9 m Seitenlängen. Grab 15 (?): Grabgrube unbekannten Alters und unbekannter Bestimmung. Grab 16: Bestattung einer keltischen Frau. Grabmaßs: Länge: 248 cm, Breite: 120 cm, Tiefe: 78 cm. Schmuck: 4 blaue Glasperlen, 10 Korallenperlen, 10 Bernsteinperlen; zwei Bronzefibeln vom Dux-Typus; eine Eisenfibel; zwei bronzene Armringe. Beigaben: Gefäß und Schüssel sowie eine sogenannte Linsenflasche. Grab 17: Die Grabgrube der keltischen Frau reichte in eine früheisenzeitliche Wohngrube hinein. Es fanden sich nur Beigaben: eine Schüssel, ein situlaförmiges Gefäß und Teile eines Tierskeletts. Grab 18: Skelett eines keltischen Kriegers. Maße des Grabes: Länge: 252 cm, Breite: 137 cm, Tiefe: 126 cm. Eisenschwert in der Scheide, eiserne Lanzenspitze, ein Hiebmesser. Beigaben: Tongefäß, Schüssel und ein ebenmäßiges, ornamentiertes situlaförmiges irdenes Gefäß sowie Tierknochen. Ein umlaufender Graben (7X6,5X X7,5X7 m) faßte das Grab ein. Die Erschließung des Gräberfeldes wird fortgesetzt; die Aufarbeitung der bisher gehobenen Funde ist im Gange. Zweck und Ziel dieses bescheidenen Vorberichtes ist es, den Forschern die Funde so bald wie möglich zugänglich zu machen. A. Vzsoki 57