Arrabona - Múzeumi közlemények 8. (Győr, 1966)

Gabler D.: Vorbericht über die Freilegung des römischen Militärlagers von Barátföldpuszta im Jahre 1964–65

behandelten Fundstelle kein anderer Ort in Frage kommen kann, kann die Zwei­namigkeit nur mit einem Namenwechsel gedeutet werden. Erstmalig wurde das Kastell in einer Reisebeschreibung Pococke's erwähnt, der die Berichte von A. Stronz, F. Romer und E. Lovas folgten. Die ersten Grabungen unternahm 1937 der Historische und Archäologische Verein des Komitats Moson, unter der Leitung des städtischen Oberingenieurs István Kováts. Freigelegt wurden der rechte Torturm der porta principalis sinistra und der östliche fächerförmige Eckturm. Seither fanden noch einige Geländebegehungen und eine Ausgrabung in kleinerem Ausmaß auf dem Gebiet der östlich vorn Lager gelegenen canabae statt. Auf dem in der Nähe gelegenen Römerhügel ist die Freilegung eines römischen Gräberfeldes aus dem 4. Jahrhundert im Gange. Die Erforschung des Lagers begann 1964: wir durchschnitten die das Lager umge­bende Mauer an der praetoria-Seite mit zwei, an der principalis sinistra-Seite mit vier Gräben; an der decumana-Front und an der principalis dextra-Seite mit je einem Graben. Es wurde der linke Turm der principalis sinistra, ein Seitenturm an der decumana-Front und auch die Nordecke des Lagers freigelegt. Wir stießen an mehreren Stellen auf Mauerreste. Das vallum-System, das bei den frühkaiserzeitlichen Lagern sozusagen ver­pflichtend war, hatten wir nicht entdeckt. An einer Stelle durchschnitten wir zwar einen Graben, doch konnten wir infolge des aufbrechenden Grundwassers keinen genauen Schnitt ermitteln. In dem Graben an der decumana-Front lagen die Schich­tenreihen außerhalb des Seitenturmes horizontal, das als ein Beweis dafür gelten könnte, daß es auch hier kein vallum-System gegeben hat. Der Seitenturm wurde aber im 4. Jahrhundert gebaut. Die horizontale Lage der Schuttmassen ließe höchstens daran denken, daß das Lager in der Spätperiode nicht von einem Graben umgeben war, d. h., daß die früheren Gräben nicht systematisch gereinigt wurden. Im großen und ganzen ist das castrum fast ein regelmäßiges Quadrat mit abge­rundeten Ecken, im Maße: 99 X 99,5 m. Die Mauern sind beinahe überall bis auf den Grund ausgehoben, nur in der Nähe des Tores und der Ecktürme waren Reste der Grundmauern vorhanden. Die Lagermauern haben eine Dicke von 146 cm. Dieses Maß ist im großen und ganzen für das Mauerwerk der in den ersten Jahrzehnten des 2. Jahrhunderts gebauten pannonischen und germanischen Militärlager bezeichnend. Die Sohle der Fundamentgräben lag durchschnittlich 140 cm unter dem römerzeit­lichen Bodenniveau. Die Rohsteine der Grundmauern waren in ein Sand-Kiesel­gemisch gebettet, darüber wurde eine mörtelarme Mauer aus großen Bruchsteinen bis zum Sockel hochgezogen. Das aufgehende Mauerwerk bestand aus großen Kalksteinen, die mitunter sogar reihenweise gelegt waren. Das Bindemittel enthielt schon mehr Mörtel. Auf der Innenseite wurden die Lagermauern noch mit einer Erdaufschüttung gestützt. Die aufgeschütteten Erdmassen mochten 4,5 — 5,5 m stark gewesen sein: sie liefern verhältnismäßig wenig Funde. Der Schnitt beim Torturm ließ erkennen, da die innere Erdschanze — ähnlich wie bei den britannischen Lagern — sanft abge­schrägt war. Vermutlich standen im 4. Jahrhundert die Bauten in der Nähe der Umfassungsmauern, mitunter sogar auf der Erdaufschüttung. Wir hatten auch die Straßjen auf dem Areal des Lagers an mehreren Stellen durchschnitten. Die via principalis entdeckten wir bereits beim Tor. Der Abstand zwischen den beiden Tortürmen betrug genau 4 m, so daß auch die Straße vermut­lich 4 m breit war. Ihre Grundlage bildete eine etwa 40 cm starke, oben und unten geebnete, in gelben Lehm gebettete Kiesschichte. An der praetoria-Seite waren wir auf die via sagularis gestoßen, die genau so gebaut war, aber mit einer durchschnittlich 25 cm dicken Kiesschichte. Stellenweise — vornehmlich im oberen Abschnitt — konnte auch eine festigende Terrazzoschichte beobachtet werden. Daß das Gelände bereits in der Römerzeit nicht eben war, merkt man an der Straße, die der Gelände­neigung angepaßt worden war. Ob die Straßen gepflastert waren, oder ohne Straßen­decke benutzt wurden, konnte nicht ermittelt werden. Mit den Gräben 11 und 12 legten wir die porta principalis sinistra frei. Das Tor gehörte zum Typ der einsprin­genden Tortürme, der Grundriß ist rechteckig, die Längsseiten bilden mit der Lager­mauer einen rechten Winkel. Die äußeren Maße sind: 625 X 420 cm, das Verhältnis zwischen den hervor- und einspringenden Teilen beträgt 1 / A '. s / i , die Dicke der Tor­mauer: 100 cm. Der gesamte vorspringende Teil, der westlich von der verlängerten inneren Linie der principalis-Mauer liegt, ist ein einziger massiver Block, so ist das Torinnere nur 256 cm lang und 220 cm breit. Daß Tor und Mauer gleichzeitig gebaut wurden, ist durch die Technik der Mauerung, aber auch durch die gleiche Funda­menttiefe bewiesen. Die Grundmauern des rechten Turmes hatte man vollständig 96

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