Alba Regia. Annales Musei Stephani Regis. – Alba Regia. A Szent István Király Múzeum Évkönyve. 34. 2004 – Szent István Király Múzeum közleményei: C sorozat (2005)

Tanulmányok – Abhandlungen - Fitz, Jenő: Gorsium–Herculia. Teil I: Forschungen 2. XXXIV. p. 45–80. T. I–XVIII.

Jahre um 106. 89 Die frühe Datierung wurde von den weite­ren Ausgrabungen kontinuierlich betätigt. Der andere Teil der Gebäude war an der Stelle der in den Markoman­nenkriegen zerstörten Bauten errichtet worden, das heißt sie stammen aus der Periode des Neuaufbaus. Die Grün­dung zur Zeit Trajans, unmittelbar nach der Auflassung des Militärlagers, die allgemein in der Umgebung von Städten und Militärlagern unbekannten Hallen, die An­zahl der das provinzielle Niveau übersteigenden Zier­brunnen, Tempel und Heiligtümer machte es bereits in der ersten Phase der Erforschung mehr und mehr wahrschein­lich, dass man es hier mit Bauten des aufgrund der In­schriften in Gorsium zu suchenden heiligen Bezirks zu tun hat. Die als endgültig zu betrachtenden Feststellungen aber stabilisierten sich erst um die Jahrhundertwende. Einer der Gründe dafür basierte auf der von sich aus als selbst­verständlich erscheinenden Auffassung, daß das Gelände des Militärlagers aus dem 1. Jahrhundert seit Beginn des 2. Jahrhunderts die Stadt Gorsium einnahm, wo der all­gemein üblichen Praxis folgend, die Lagerstruktur, der Verlauf der Hauptstraßen (via principalis = decumanus maximus) beibehalten und das Forum oberhalb der prin­cipia errichtet wurde. Die vermutete Stadtstruktur bestä­tigte sich in den ersten Jahrzehnten der Freilegungen. Die großen Hallen und die sonstigen an den heiligen Bezirk zu knüpfenden Gebäude kamen östlich des vermuteten Forums zutage. Es schien, dass sich der heilige Bezirk innerhalb der Stadt befand. Seit den achtziger Jahren aber zeigten sich mit den fortschreitenden Ausgrabungen in der Beurteilung von Stadt und heiligen Bezirk mehr und mehr Widersprüche. Der Tempel des heiligen Bezirks, der aufgrund der Konzeption in der Achse von Gebäude IX sein musste, kam nicht zum Vorschein. Die West-Ost­Hauptstraße (decumanus maximus) des Militärlagers bzw. der Siedlung aus dem 4. Jahrhundert setzte sich nach Nymphäum 2 in einer Treppe fort. Das heißt, im 2./3. Jahrhundert, in der vermuteten Periode der Area sacra, passte sich die Struktur der Siedlung nicht der des Militär­lagers an. Der Theorie, daß sich der heilige Bezirk innerhalb der Stadt befunden haben musste, bereitete das Zutagekom­men des Tempels ein Ende. Dieser wurde 1996 - südlich des bisher vermuteten heiligen Bezirks - auf dieser Erhö­hung gefunden, zu der neben dem östlichen Zierbrunnen eine Treppe hinaufführte (Gebäude LXX). Die Fassade dieses 13 x 40 Meter großen Tempels bildete den östli­chen Abschluss des anschließend freigelegten 90 Meter langen Forums. Die West-Fassade des Tempels zierten vier auf Pfeilern stehende Säulen, nach der Pronaos folg­ten lange, gegliederte Zellen. Im Tempel selbst konnten zwei Gehniveaus festgestellt werden, von der sich das unterste unmittelbar über das des Militärlagers erstreckte. Auf dem erforschten Gelände kamen das Militärlager aus dem 1. Jahrhundert sowie das mit der Stadtmauer aus dem 4. Jahrhundert umgebene Stadtzentrum zum Vorschein. Aus der frühen Schicht kamen Ziegel mit dem Stempel der legio X Gemina zum Vorschein, wodurch die Gra­bungsbeobachtungen bestätigt wurden: Der Tempel stammt aus der Zeit Trajans. Die nördliche Tempelwand war während der Markomannenkriege zerstört worden. Durch die bei der Wiederherstellung errichteten neuen Wand wurden die hinteren Räume des Tempels schmaler. Die Zierbrunnen und die Wand mit den Treppen bilde­te vor dem Tempel die nördliche Mauer des Forums. Die Treppen führten zu den auf einem höheren Niveau errich­teten repräsentativen Hallen, in denen der Schauplatz für die feierlichen Zeremonien gesehen werden kann. Die an der Süd-Seite des Platzes zum Vorschein gekommenen Gebäudeüberreste (Gebäude XCVI und XCVII) geben noch kein eindeutiges Bild von seiner Breite. An der westlichen Seite des Platzes stand ebenfalls ein Tempel (Gebäude XXVII), hinter sechs Säulen befanden sich drei Zellen. Zu diesem Tempel können die an der Nordwand, unter dem Pflaster der Straße aus dem 4. Jahrhundert (decumanus maximus) und in die Wände des an der Nord­seite der Straße stehenden Gebäude III eingebauten Sil­vanus-Skulpturen und Inschriften sowie die an ihrer ur­sprünglichen Stelle gefundene umstrittene Inschrift, in deren fragmentarischem Text eventuell Silvanus magnus genannt wird, gehört haben. Der dreizellige Tempel dien­te eventuell dem Kult eines Gottes der eingeborenen Be­völkerung. Vorerst ist noch der Standort des zum heiligen Bezirk gehörenden großen Altars unbekannt. Die beiden Tempel sind west-östliche orientiert, und an der Kreuzung der Nord-Süd-Achse der zentralen Treppe wurden die Steine eines zerstörten Gebäudes gefunden. Möglicher­weise kann hier der Altar gestanden haben. Vorerst aber bieten sich noch andere Möglichkeiten: An der noch nicht freigelegten Südseite, an der Nordseite des gegenwärtig zu erforschenden Gebäudes LXX oder in der Apsis von Gebäude VII, von wo ein großer Altar und große Mengen verbrannter Getreidekörner zum Vorschein gekommen sind. Die Lage und die Maße des Platzes bieten die Mög­lichkeit zur annähernden Bestimmung der Maße des hei­ligen Bezirks. Auf dem Hauptplatz befand sich vermutlich das Zentrum des heiligen Bezirks, an seinen vier Seiten können Gebäudegruppen von schätzungsweise ähnlicher Größe gestanden haben. Der sich nördlich des Platzes erstreckende Teil war zwischen der den Platz abschlie­ßenden Mauer mit den Treppen und der Umfriedung des heiligen Bezirks zirka 100 Meter breit. Die gleiche Breite kann an der Westseite vermutet werden, wo das am west­lichen Ende des Platzes stehende Gebäude XXVII mit einer Säulenreihe und das sich in der Nähe der Sárvíz erhebende letzte Gebäude LXIX ebenfalls ein 100 Meter breites Gelände umfassten. Dieser Annahme widerspre­chen auch die bisher freigelegten Gebäude nicht: Keines davon war ein Wohnhaus oder ein Profanbau, der nicht in das religiöse Zentrum der Provinz gehören würde. Ihre Funktionsbestimmung verlangt eine Deutung, die zum 70

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